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	<title>Via Airmail &#187; Kosch</title>
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	<description>College Blogging Cum Laude</description>
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		<title>Fast Sommer!</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 15:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der März war viel schneller vorbei als normale März, weil geprägt durch intensives Basteln an unserer Projektarbeit »Electric Vehicle Charging Stations for Downtown Toronto.« Und das ging so: 87 Dreiergruppen hatten sich ein Problem in der Stadt gesucht (von leckigen Abwasserkanälen bis veralteten Obdachlosenheimen) und eine fiktive städtische Ausschreibung verfasst, in denen das Problem beschrieben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der März war viel schneller vorbei als normale März, weil geprägt durch intensives Basteln an unserer Projektarbeit »Electric Vehicle Charging Stations for Downtown Toronto.« Und das ging so: 87 Dreiergruppen hatten sich ein Problem in der Stadt gesucht (von leckigen Abwasserkanälen bis veralteten Obdachlosenheimen) und eine fiktive städtische Ausschreibung verfasst, in denen das Problem beschrieben und eine Lösung ersucht wird (RFP, »Request for Proposals«).<span id="more-1850"></span></p>
<p>Die sechs besten dieser RFPs wurden ausgewählt, unter anderem <a href="http://engsci.utoronto.ca/esc102showcase/Media/RFP%20B%20--%20Charging%20Stations%20for%20Electric%20Vehicles%20in%20Toronto.pdf" target="_blank">unserer</a> (\o/), um in der zweiten Hälfte des Semesters von den übrigen 81 Gruppen bearbeitet zu werden. Das Problem mit normalen Ladestationen, so haben wir einfach mal behauptet, ist Vandalismus und Kupferdiebstahl.</p>
<p><a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2010/04/DSC00349.jpg" rel="lightbox[1850]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1851" title="Unser Prototyp" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2010/04/DSC00349-100x75.jpg" alt="" width="100" height="75" /></a></p>
<p><a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2010/04/poster.jpg" rel="lightbox[1850]"><img class="size-thumbnail wp-image-1852 alignright" title="Unser geniales Poster" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2010/04/poster-100x49.jpg" alt="" width="100" height="49" /></a></p>
<p>Die Lösungen wurden letzten Montag der Öffentlichkeit vorgestellt, was zugleich unser Final Exam in diesem Kurs war. Das Ergebnis unser Arbeit war eine Platte für Parkplätze, die Energie mittels <a href="http://www.witricity.com/pages/more.html" target="_blank">Magnetfeld</a> zum Auto und <a href="http://www.udel.edu/V2G/docs/V2G-PUF-LetendKemp2002.pdf" target="_blank">wieder zurück zum Stromnetz</a> übermitteln kann. Eigentlich alles alte Hüte, aber was soll man mit so nem dämlichen Problem auch anderes anstellen.</p>
<p>Die ohnehin etwas knappe Freizeit wurde dann von der quälenden Suche nach einem Sommerjob verschlungen. Vier Monate frei = zwei Wochen Deutschland, und dann? Die vielen Besuche beim Uni-betriebenen Career Centre, die beim Bewerbung-Schreiben sehr hilfreich sind, haben sich gelohnt und mir immerhin zwei (wahrscheinlich bald drei) Interviews gebracht. Eins hab ich hinter mir. Was daraus werden wird, kann ich noch nicht sagen. Irgendwas muss schon dabei rumkommen, ansonsten sitze ich nämlich ab Mai in unserer neuen Wohnung und weiß nichts mit mir anzufangen, außer den zwei obligatorischen Punkten:</p>
<ul>
<li>Ikea! Immerhin ein Schreibtisch, ein Bett, und ein paar Töpfe werde ich brauchen. Das meiste Küchenzeugs und ein paar Möbel hat Kyle zum Glück über und bringt das von zuhause mit, und</li>
<li>Weisheitszähne müssen raus:</li>
</ul>
<p>Am Morgen meines ersten Finals (Psychologie) hat mir der untere Rechte gar keine Freude bereitet. Meine Note hat&#8217;s zum Glück nicht beeinträchtigt, und nach zwei Tagen wars auch wieder gut. Aber es hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Dinger nun schon seit nem guten Jahr so halb im Kiefer/Zahnfleisch stecken und es bestimmt nicht der letzte vermieste Tag sein würde. Und weil das Zähneziehen ja weder mit Klausuren noch mit zunehmendem Alter leichter wird, hab ich mich direkt durch meine Studentenwerk-Krankenversicherungsunterlagen gewühlt und bin zum Zahnarzt gegangen. Der hat mir beides bestätigt und mich herzlich im Mai zum Zähnebashing eingeladen. Oder soll ichs in Deutschland machen?</p>
<p>Ich will euch aber gar nichts vorheulen. Heute morgen ist das Wetter ganz besonders erfreulich. Und da mir Heinrich während seines Besuchs workaholism attestiert hat, was natürlich nicht stimmt, geht die Lernerei schon aus Trotz zweimal so gut <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  Man gewöhnt sich halt dran, und der meiste Stoff ist ja auch wirklich interessant.</p>
<p>So. Jetzt aber los. Frühstück, Frisör (gut dass es kein Foto von mir gibt) und dann Bio und Mathe. Yay <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>P.S.: Ihr habt nach dem Chor gefragt. Leider sind sie (ohne mich) im Halbfinale knappst geschlagen worden von der Gruppe, die wir im Viertelfinale auf den zweiten Platz geschickt hatten. Sonst wär ich nach <a title="Lincoln Center for the Performing Arts" href="http://www.maestroartist.com/files/venues/4/633287355698906250.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1850]">New York</a> mitgekommen. Naja, nächstes Mal. Aufnahmen gibts in einer Woche, bis dahin <a href="http://www.youtube.com/user/onoscatopoeia#p/u" target="_blank">YouTube</a>!</p>
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		<title>Endlich frei!</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 07:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Soso. Alle Finals hinter mir, und soweit ich urteilen kann, alles gut bestanden. Jetzt sitze ich in Tobs&#8217; Zimmer in Cloyne Court, den Bauch mit Chicken BBQ Pizza vollgeschlagen. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder online, und alle machen mir (zurecht) ein schlechtes Gewissen für chronische Treulosigkeit. Am 9. Dezember also, als sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soso. Alle Finals hinter mir, und soweit ich urteilen kann, alles gut bestanden. Jetzt sitze ich in Tobs&#8217; Zimmer in Cloyne Court, den Bauch mit Chicken BBQ Pizza vollgeschlagen. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder online, und alle machen mir <span style="color: #888888;">(zurecht)</span> ein schlechtes Gewissen für chronische Treulosigkeit.<span id="more-1690"></span></p>
<p>Am 9. Dezember also, als sich die meisten Geisteswissenschaftler schon in die Winterferien verabschiedet hatten, liefen bei uns die letzten Vorlesungen. Je die letzte Viertelstunde nutzten die Professoren für Umfragen (»Course Evaluations«), zu denen sie von der Fakultät verpflichtet werden. Hier können die Studenten die Kursinhalte und ihre Profs bewerten (an die 30 Kriterien). Wird angeblich auch sehr ernst genommen. Am nächsten Tag ging es gleich los mit den Prüfungen, die normalerweise etwa die Hälfte der Endnote ausmachen. Mathe war zuerst dran, dann CIV, Physik, Praxis <span style="color: #888888;">(der Pseudo-Englischkurs)</span>, Info und Linear Algebra. Finals finden in alphabetisch getrennten Klassenräumen statt und dauern zweieinhalb Stunden.</p>
<p>Das erwähnte Bell-Curving-System hat sich bei Physik schon gezeigt. Ich hatte etwa anderthalb von sechs Fragen richtig beantwortet und damit gerechnet, böse durchzufallen. Der letzte Stand ist aber 29 von 40 Punkten! So langsam zeichnet sich also ab wo ich meine Prioritäten setzen muss; welche Hausaufgaben wichtig sind und welche nicht, wer nur abschreiben will oder wer auch abschreiben lässt, und so weiter. Hoffentlich also ein wenig mehr Freizeit, um Dinge zu tun, über die es sich bloggen lässt.</p>
<p>Freitagabends, sprich vorgestern, waren große Feiern geplant. Offensichtlich waren die meisten aber so von den Finals geschafft<span style="color: #888888;"> (mit Kofferpacken beschäftigt/mussten früh raus zum Flieger etc.)</span>, dass sie um Mitternacht ohne großes Aufsehen ins Bett gefallen sind. Am nächsten Tag bin ich dann mittags in einen hochgelobten Shuttlebus vom Wohnheim zum Flughafen gestiegen, für 15 Dollar. Der hat leider fast zwei Stunden gebraucht (mit der U-Bahn braucht man knapp eine und bezahlt exakt 2 Dollar und 75 Cent).</p>
<p>Der Flieger hat mich dann zuerst nach Chicago und dann nach San Francisco gebracht—problemlos, zum Glück, denn Chicago ist (noch) nicht so sehr vom Ostküsten-Schnee betroffen wie New York, Philadelphia &amp; Co., die ihre Flughäfen allesamt zugemacht hatten. Ich konnte mich hervorragend mit einer geliehenen englischen Übersetzung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_unertr%C3% A4gliche_Leichtigkeit_des_Seins">Nesnesitelná lehkost bytí</a> unterhalten. Zum Glück hat mich Tobs vom Flughafen abgeholt; die nächtliche Fahrt mit dem Zug (drei Mal umsteigen) wäre anstrengend gewesen.</p>
<p>Heute morgen um 11:30 aufgewacht, von Jetlag keine Spur (sind ja auch nur drei Stunden), und die Hügel hinter Berkeley hochgejoggt. Leider musste ich Tobs enttäuschen und vor den steilen Pfaden kapitulieren. Die Aussicht ist aber tatsächlich gigantisch (siehe seine Posts). Die nächsten Tage sind noch nicht geplant, am 24. werde ich wahrscheinlich zu Kate weiterziehen. Jedenfalls habe ich die nächsten zwei Wochen reichlich zeit für MSN, ICQ etc. (und hoffentlich so bald wie möglich für Skype inklusive Webcam! Meldet euch!)</p>
<p>Beste Grüße!</p>

<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/1/' title='Die Lobby des Wohnheims (wie gesagt: ehemaliges Hotel)'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/1-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Die Lobby des Wohnheims (wie gesagt: ehemaliges Hotel)" title="Die Lobby des Wohnheims (wie gesagt: ehemaliges Hotel)" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/3/' title='Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)'><img width="75" height="100" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/3-75x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)" title="Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/4/' title='Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/4-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)" title="Random Gebäude (typische Downtown-Architektur)" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/5/' title='Yonge Street'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/5-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Yonge Street" title="Yonge Street" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/7/' title='Dundas Square'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/7-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Dundas Square" title="Dundas Square" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/8/' title='Yonge Street'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/8-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Yonge Street" title="Yonge Street" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/10/' title='Weihnachtsbaum @ Dundas Square'><img width="75" height="100" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/10-75x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Weihnachtsbaum @ Dundas Square" title="Weihnachtsbaum @ Dundas Square" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/11/' title='Für Mätes: Makro vom Weihnachtsbaum.'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/11-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Für Mätes: Makro vom Weihnachtsbaum." title="Für Mätes: Makro vom Weihnachtsbaum." /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/12/' title='Ohne Titel'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/12-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Ohne Titel" title="Ohne Titel" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/12/21/endlich-frei/attachment/14/' title='Die Aussicht vom 27. Stock des Wohnheims'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/12/14-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Die Aussicht vom 27. Stock des Wohnheims" title="Die Aussicht vom 27. Stock des Wohnheims" /></a>

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		<title>November: Midterm Season</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 04:52:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Montag lang habe ich mich nicht gemeldet: Was habe ich also den November über gemacht? Zunächst einmal: Midterms. Die meisten Profs lassen ihre Studenten ein bis zwei Klausuren während des Semesters schreiben, damit die Endnote nicht ausschließlich von Hausaufgaben und Finals abhängt. Ist an für sich eine lobenswerte Sache. Anstatt mich zur Vorlesung zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Montag lang habe ich mich nicht gemeldet: Was habe ich also den November über gemacht?</p>
<p><span id="more-1628"></span>Zunächst einmal: Midterms. Die meisten Profs lassen ihre Studenten ein bis zwei Klausuren während des Semesters schreiben, damit die Endnote nicht ausschließlich von Hausaufgaben und Finals abhängt. Ist an für sich eine lobenswerte Sache. Anstatt mich zur Vorlesung zu begeben, wandere ich dann morgens um neun zum <a href="http://www.osm.utoronto.ca/exam_100.html" target="_blank">Examination Centre</a>.</p>
<p>Der große Unterschied zum deutschen Schulsystem ist die Benotung. Die erreichten Punkte werden zuause einfach auf eine Zahl zwischen 1 und 6 skaliert. Hier ist das etwas anders: die Tests werden (meistens) vom jeweiligen Tutor benotet, der die Punkte dann auf 100% hochrechnet. Für jedes Tutorium wird dann der Durchschnitt und Median berechnet. Diese Werte unterscheiden sich natürlich zwischen Tutorien, weil jeder Tutor anders bewertet und manche Sections durchschnittlich dümmer sind als andere. Am Ende des Jahres werden die Noten dann ausgeglichen (wenn ich das richtig verstanden habe, an den Final-Noten orientiert) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung" target="_blank">normalisiert</a> &#8212; auf welchen Bereich vermag ich nicht zu sagen (es gibt aber Gerüchte, dass die Uni einen Mindest-Klassendurchschnitt von 68% fordert).</p>
<p>Dieses Verfahren ist also erfreulich, wenn man über einem schlechten Durchschnitt liegt (»riding the bell-curve«). Haben alle sehr gut abgeschnitten, aber man selbst nur gut, rutscht man auf der linken Seite die Glockenkurve runter. Welche Noten ich also in zwei Wochen zu erwarten habe, lässt sich noch nicht sagen (soweit ich weiß, bin ich aber gut innerhalb von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Standardabweichung">1</a><em><span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Standardabweichung">σ</a> </span></em><span>um den Jahrgangsdurchschnitt).</span></p>
<p><span>Dieses Angleichen gibt den Noten einen Anschein von Vergleichbarkeit. In Wahrheit aber wird die Nettokompetenz der Studenten verschleiert und ausgetauscht gegen Konkurrenz: Wer unter dem Durchschnitt landet, wird extra bestraft. Das kann einem schon arg auf die Nerven gehen, vor allem weil EngSci die Nerd-Hochburg der Universität ist. Das war also der Grund für meine Abwesenheit: fanatisches Lernen, Hausaufgaben-Machen und Gruppenprojekte-Erledigen.</span></p>
<p><span>Mit dem Abschluss meiner letzten Programmieraufgabe (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Huffman-Kodierung">Huffman-Encoding</a>) bin ich jetzt erstmal fertig. Nächste Woche fangen zwar die Finals an, aber ein, zwei Tage Muße reichen für das Blog.</span></p>
<p><span>Inzwischen ist es hier recht kühl geworden. Es friert noch nicht, aber außerhalb der Mittagssonne braucht man eine Jacke. Nur <a href="http://toronto.ibegin.com/pictures/2709.jpg" rel="lightbox[1628]">Nathan Phillips Square</a> ist seit einer guten Woche zugefroren. Das ist der öffentliche Platz vor dem Rathaus, eine halbe Minute vom Wohnheim entfernt. Abends kann man also mit seinen Schlittschuhen dorthin und ein paar Runden drehen (oder sich welche am nächsten Stand leihen). Das war übrigens auch meine Geburtstagsaktivität. Und ab etwa zehn kommen Leute mit Sticks und Pucks und spielen die ganze Nacht Hockey.<br />
</span></p>
<p><span>Trotz all der Lernerei kann man in Toronto gelegentlich was erleben. Übernächsten Samstag werde ich mir schon zum zweiten Mal das Toronto&#8217;er Symphonieorchester anhören (Studententickets gibt es teilweise für ein Zehntel des Normalpreises). Kyle hat über Beziehungen seines Vaters eine ständige Quelle für VIP-Lounge-Tickets im Air-Canada-Centre (Kölnarena-Größe). Ich war schon beim Wrestling (irrer Wahnsinn) und Basketball (Toronto vs. Chicago). Und morgen abend ist mein eigenes Konzert (möglicherweise kann ich Aufnahmen auftreiben, so es denn welche geben wird).</span></p>
<p><span>Mir fällt ansonsten nichts Spektakuläres ein. Aber in gut zwei Wochen sind ja Winterferien! <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /><br />
</span></p>
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		<title>Midterms und die erste Erkältung</title>
		<link>http://viaairmail.de/2009/10/15/midterms-und-die-erste-erkaltung/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 02:34:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich reicht die Überschrift schon, denn ansonsten zieht sich der Alltag gleichförmig durch mein Studentenleben. Zwar gleicht kein Tag dem anderen. Gerade eben zum Beispiel war Feueralarm im Wohnheim, und keiner kann sagen, ob es ein echter war—die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten unprotokolliert zurück durften, entkräftigt all die apokalyptischen Botschaften aus der Lautsprecheranlage. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich reicht die Überschrift schon, denn ansonsten zieht sich der Alltag gleichförmig durch mein Studentenleben. Zwar gleicht kein Tag dem anderen. Gerade eben zum Beispiel war Feueralarm im Wohnheim, und keiner kann sagen, ob es ein echter war—die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten unprotokolliert zurück durften, entkräftigt all die apokalyptischen Botschaften aus der Lautsprecheranlage.</p>
<p>Dennoch hat sich genug Routine eingespielt, um einen durchschnittlichen Wochentag getreu wiedergeben zu können.<br />
<span id="more-1160"></span><br />
Zum Beispiel einen Mittwoch (mein mittelfristiges Ereignis-Gedächtnis ist so löchrig, dass mir die Erinnerung an heute Vormittag schon schwer genug fällt):</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>07:00</strong> Ein schwedischer Handyproduzent erfreut mich mit seinem lieblichen Standard-Weckton.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>07:30</strong> Ich entscheide mich für das Leben <span style="color: #888888;">(wie jeden Morgen in den letzten 14 Jahren)</span>. Das Badezimmerchen ist zwar unbelüftet und tropisch, das Duschwasser aber nie launisch.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>08:00</strong> Meteorologische Analysen und Versuche, etwas Ordnung ins Zimmer zu bringen. Sachen packen.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>08:15</strong> Auf zum Frühstück.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>08:45</strong> Auf zum Fahrradkeller!</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>08:50</strong> Sheeesh. Meteorologische Analysen vom Fenster aus sind temperaturtechnisch <em>so</em> unzuverlässig. Naja, den <a href="http://maps.google.com/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=89,+chestnut+street,+toronto&amp;daddr=43.655096,-79.391692+to:10+King%27s+College+Rd,+Toronto,+ON,+Canada+(Sandford+Fleming+Building)&amp;hl=en&amp;geocode=%3B%3BFQIzmgIdSIZE-yE_s22tXvlbLA&amp;mra=dpe&amp;mrcr=0&amp;mrsp=1&amp;sz=16&amp;via=1&amp;sll=43.65707,-79.38999&amp;sspn=0.007576,0.013797&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;z=16" target="_blank">Weg</a> werd ich überleben.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>09:10</strong> CIV Tutorial. Wir spannen Aluminiumlatten zwischen Personenwaagen und Gewindeblöcke und erkunden die Welt der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Euler-Bernoulli_beam_equation#Stress" target="_blank">Knickspannung</a>. CIV ist nach wie vor mein Lieblingskurs.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>12:00</strong> Mittagspause für eine Stunde. Ich folge der Herde, die sich in Richtung <a href="http://farm1.static.flickr.com/30/61066625_667189bedd.jpg" rel="lightbox[1160]">SUDS</a> schiebt, dem wahrscheinlich ungemütlichsten Ort Torontos (nicht mein Bild, aber ein guter Eindruck von der Atmosphäre). SUDS ist der zentrale Kellerbereich eines der Engineering-Gebäude und Treffpunkt, Hausaufgabenschwarzmarkt, Sitzgelegenheit, Fastfooderwerbsstelle und freitagabends auch Alkoholausschank für all die, die <em>wirklich</em> kein Leben haben.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>13:10</strong> ESC Lecture im <a href="http://www.cspas.ca/images/pic_univ_of_toronto.jpg" rel="lightbox[1160]">Blue Room</a>. Totlangweilig dank Dörwaldt <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>14:10</strong> Calculus Lecture, ebenfalls im Blue Room. Mathematisch verzichtbar dank Dörwaldt, aber dann doch nicht so verzichtbar angesichts der Klausur nächster Woche, denn Professor S. ist <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anal_retentive">anal</a></em> was Beweise angeht. Erst recht, wenn die Dinge so trivial liegen, dass ein Beweis unmöglich scheint.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>15:10</strong> Physics Lecture in <a href="http://torontoist.com/attachments/toronto_davidf/2008_01_02_gwh_uoft.jpg" rel="lightbox[1160]">MP 102</a>. Die exquisite Mischung von Charisma und Eloquenz unserer illustren Rednerin habe ich erwähnt. Thema heute: Federn und Pendel. Mindestens zwei andere Professoren setzen Kenntnis über diese Formeln sinnvollerweise <em>voraus</em>, sie erklärt umso ungestörter.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>16:10</strong> Computer Science Lecture in <a href="http://farm1.static.flickr.com/50/132198228_f613a7d048.jpg" rel="lightbox[1160]">Bahen 1200</a>. Hätte ich mal wieder schwänzen können, aber so langsam nimmt der Kurs an Fahrt zu, und am 22. schreibe ich eine Klausur. Sicher ist sicher.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>17:20</strong> Zurück in Chestnut. Es ist wirklich verflixt kühl geworden in drei Wochen, und dabei scheint die Sonne doch so schön. An sämtliche Türen meiner Nachbarn klopfen und alle zum Abendessen zusammentrommeln.</p>
<p style="text-indent: -2em; margin-left: 2em;"><strong>18:00</strong> Homework Time! <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Oder, in diesem Fall, erstmal Blog Time. Und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Procrastination">Procrastination</a> Time! <span style="color: #888888;">(Englisch ist eine tolle Sprache. So schöne lateinische Wörter für miese Menschlichkeiten)</span></p>
<p>Die erste Erkältung, die die Überschrift andeutet, erwischte mich letzten Freitagabend. Samstags nur laufende Nase, sonntags (Canadian Thanksgiving!) absolut fertig. So fertig, dass ich Franzi, anstatt ihr für Montag abzusagen, eine halbe SMS mit den Worten »but pensßt alt u.des.« geschickt habe, danach <span style="color: #888888;">(d.h. währenddessen)</span> eingeschlafen bin und meinen Fehler <span style="color: #888888;">(»pensßt« falsch dekliniert!)</span> erst bemerkte als ihre verwirrte Antwort zurückkam.</p>
<p>Achso, ja; völlig vergessen: Montag (vor zwei Tagen) war Franzi nämlich mit Familie die Niagarafälle besuchen, und ich sollte im Greyhound vorbeikommen—ist ja nur zwei Stunden von hier. Hätte auch geklappt, denn wegen Thanksgiving ist der folgende Montag Verdauungsfeiertag. Aber wie gesagt: Ich war ernsthaft krank. Nach der Korrektur-SMS bin ich für 15 Stunden ins Koma gefallen; seit gestern bin ich aber wieder topfit.</p>
<p>Ich muss mich wirklich zwingen, Bilder zu machen. Wenn ihr Wünsche habt, lasst es mich wissen.<span style="color: #888888;"> (Sogar Nacktfotos sind kein Problem, der Blog lässt Passwortschutz zu. Aber keine von mir.)</span> Wenn ihr keine Wünsche habt, lege ich euch erstmal Google Street View ans Herz, das seit letzter Woche für Toronto in atemberaubender Auflösung verfügbar ist (und tagelang Topthema der Boulevardpresse war).</p>
<p>Es gibt so viel zu berichten, aber kaum etwas ist einen ganzen Blogeintrag wert, und blogging zählt nicht als Procrastination, sondern als Homework. Sinnverwandte Fakten und Anekdoten müssen sich also anhäufen, bis ich sie zu Listen kompilieren kann (»10 Torontonische Verhaltensregeln für den Straßenverkehr«, »How to not do laundry« etc.).</p>
<p>Homework Time wartet &#8230; ach, und Bettwäsche auch.</p>
<p>P.S.: Manche haben beklagt, ich sei selten online. Das liegt einerseits an der Zeitverschiebung von sechs Stunden. Wenn Procrastination Time anfängt, geht ihr gerade schlafen. Der zweite Grund findet sich darin, dass Instant Messaging nicht die Kommunikationsform der Wahl ist, sondern SMS. Letzte Woche noch musste ich mein Handyvertrag für zusätzliche fünf Dollar mit »unlimited texting« adeln, aus Kostengründen. Hätte ich nie gemacht zuhause, denn SMS sind aufdringlicher als das Internet, unpersönlicher als ein Anruf und ineffizienter als beide, was Kosten und Geschwindigkeit angeht. Aber sie haben Vorteile: Vor fünf sind nur Artsies zuhause am Computer, aber ein Physikhörsaal macht zusätzliche Unterhaltung nicht nur möglich, sondern gelegentlich auch nötig. Und: Zumindest diejenigen ohne Flatrate denken nach, bevor sie schreiben.</p>
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		<title>Kurzupdate zwischen Bücherstapeln</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2009 07:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Salve, Rheinland! Es ist halb eins nachts und mein Schreibtisch gleicht einer Tornadospur. Eigentlich sollte ich gerade auf irgendeiner Party sein. Zwei hatte ich eigentlich zur Auswahl, aber durch wirklich schlechtmöglichste Verquickung ganz mieser Umstände bin ich jetzt auf keiner. Ich hätte noch mit dem Pulk ziehen können, der das Wohnheim vor etwa einer halben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Salve, Rheinland! Es ist halb eins nachts und mein Schreibtisch gleicht einer Tornadospur. Eigentlich sollte ich gerade auf irgendeiner Party sein. Zwei hatte ich eigentlich zur Auswahl, aber durch wirklich schlechtmöglichste Verquickung ganz mieser Umstände bin ich jetzt auf keiner. Ich hätte noch mit dem Pulk ziehen können, der das Wohnheim vor etwa einer halben Stunde grölend verlassen hat, aber a) hätte ich deren Schall- und Blutalkoholpegel so schnell nie aufholen können, b) ist es seit gestern recht kühl und ich hab ja meine Jacke zuhause vergessen und c) hat mich mein Gewissen ganz böse auf dem falschen Fuß erwischt.<br />
<span id="more-962"></span><br />
Denn ich hab verflixt viel zu tun. Das ist nicht nur einfach ein Grund, mal eben zwei Wochen das Blog zu schwänzen, sondern nebenbei auch ganz ernst gemeint. Um das zu belegen: Ich benutze ein Kalender/Notizbuch, und zwar aus handfester Zellulose. Ich wäre verloren ohne das Ding, und wer mit mir zur Schule gegangen ist, weiß dass ich Zeitmanagement bislang nicht so ernst genommen hab. <span style="color: #888888;">(Papier sparen, eh?)</span><br />
Auszug für Friday, 25th:</p>
<blockquote><p>1500 Melissa/2000 Mississauga, txt Lia?<br />
do ewa phys again with 9.80 (textbook values). Get Lab material<br />
Upload Praxis material, pics<br />
Check Calculus Questions, delta-epsilon<br />
Prove Additive Limit Theorem<br />
Class Rep elections, SUDS?</p></blockquote>
<p>Um erstmal klarzustellen was ich für Kurse besuche:</p>
<p><strong>MAT194 &#8212; Calculus</strong><br />
Differential- und Integralrechnung. Geht nicht weiter als ein 12er-Dörwaldtkurs, aber tiefer. Jeder kleiner Mist muss »rigorously« bewiesen werden. Man muss Mathe schon echt mögen, um da Spaß dran zu haben. <span style="color: #888888;">(Mein Spaß hält sich in engen Grenzen.)</span> Aber das gehört dazu, ich würde es nicht anders wollen.</p>
<p><strong>ESC103 &#8212; Engineering Computations</strong><br />
Ein Kurs über Vektoren, Matrizen und vielen Textaufgaben aus allen möglichen technischen Bereichen. Anwendung von <a href="http://www.mathworks.com/products/matlab/" target="_blank">Matlab</a>, einer etwas komfortableren Version des Windows-Taschenrechners. (Ich kann das über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Secure_Shell" target="_blank">SSH</a> zuhause am Laptop benutzen und meine Physikhausaufgaben in Sekundenschnelle lösen. Lassen. Awesome!)</p>
<p><strong>ESC101 &#8212; Praxis/Engineering Design</strong><br />
Es geht um den Arbeitsalltag eines Ingenieurs, um Workflow, Lernzyklen, Dokumentation, Nachhaltigkeit, Kommunikation, aber auch um das Auseinandernehmen von Haushaltsgeräten und dem Entwurf cooler Apparate für Alltagsprobleme. Der Kurs ist halb Englischkurs (viel Writing, Metacognition, Arguing) und halb Bastelei. Diese Elemente lassen sich oft nur schlecht vereinen, und ich habe über das Blog des Kurses (ja, der Kurs hat ein Blog) schon viele Seiten Diskussionen mit meinem Professor über Struktur und Zweck des Kurses geführt. Ich liebe es, Essays auf Englisch zu schreiben, und obwohl die Auseinandersetzungen gnadenlos sind, beweisen sie doch zwei Dinge: Erstens, die Profs und Tutoren kümmern sich um ihre Studenten. Einige der seitenlangen (Streit-)schriften hat er mitten in der Nacht verfasst, mit dem Kommentar, er müsse meine Gedanken jetzt einfach kommentieren. Zweitens, der Kerl ist unglaublich clever. Das geschieht alles in »good spirit«, und indem er mich zum Argumentieren bringt, hat er sein Ziel als Englischlehrer ja auch irgendwie erreicht.<br />
Der unwissenschaftlichste und bei weitem verwirrendste Kurs, aber auch der interessanteste.</p>
<p><strong>CIV102 &#8212; Structures and Materials</strong><br />
Der Präfix CIV bedeutet, dass es ein Kurs aus dem Department of Civil Engineering ist, sich also mit Bauingenieurwesen befasst. Es dreht sich alles um den genialen Professor Collins. Von silbernem Haar und sehr alter Schule (»Chalk and Talk«, wie er es liebevoll selbst nennt), ist der alte Mann mit neuseeländischen Wurzeln weit bekannt und respektiert. Er spricht ein präzises, bedachtes und niveauvolles Englisch und bringt in jede seiner Vorlesungen irgendetwas mit. Anfangs einen Rohrstock, um die Vorteile von Chalk and Talk aufzuzeigen (man kann klingelnde Handys damit stilllegen!). Dann ein langes gelbes Seil, um zu erklären, warum man an Seilen nur ziehen, nicht drücken kann. Dann wieder ein Stapel antiquierter Bücher und Zeichnungen, um die gewaltigen Leistungen der römischen Kriegsherren und Ingenieure zu preisen. Ansonsten beschäftigt er uns mit Hängebrücken und Elastizitätsmodulen.</p>
<p><strong>PHY180 &#8212; Classical Mechanics</strong><br />
Dr. Natalia K. ist eine herzensgute Person. Aber sie kommt aus dem tiefen Osten. Ihr Akzent, zusammen mit ihrer quakend-krächzigen Stimme, die sie nur von einem Raben geerbt haben kann, macht sie deshalb zum Opfer ständigen Gekichers aus 150 Mündern während ihrer Vorlesungen. Oder zum sofortigen Fokus allen Hasses, wenn etwas mal ein bisschen schwieriger ist. Wichtiger Teil des Kurses sind sechs »Labs«, Versuche, die man zu zweit durchführen und in Protokollform einreichen soll. Es geht dabei wohl weniger um den vorhersehbaren, newton&#8217;schen Kinematik-Quatsch als um das Prozedere eines wissenschaftlichen Versuchs &#8212; mit elektronischer Massendatenauswertung und Fehleranalyse mit allen statistisch möglichen Mitteln <span style="color: #888888;">(danke, Mathe-LK!)</span></p>
<p><strong>CSC192 &#8212; Algorithms and Data Structures</strong><br />
Der Fortgeschrittenenkurs übers Programmieren in C/C++. Zum Glück kann ich das schon. Deshalb kann ich mir gestatten, die einschläfernden Vorlesungen und Tutorien gelegentlich sausen zu lassen und die Zeit für andere Hausaufgaben zu nutzen. Außerdem hat der Fortgeschrittenenkurs gegenüber dem Anfängerkurs den Vorteil, nur ein Semester zu dauern. Das ermöglicht mir, im Januar ein Semester Psychologie zu belegen. Yay!</p>
<p>Was gibt es sonst noch neues? Ich hab ein Fahrrad, dessen Reifen ich schon flicken musste. Fahrräder sind sehr populär in Toronto, ich würde sagen, doppelt so häufig wie in Köln. Liegt vielleicht an den vielen Asiaten, die das als Gewohnheit von zuhause mitgebracht haben &#8230; man weiß es nicht. Ich habe endlich eine SIM-Karte für mein Handy mit wirklich akzeptablen Konditionen. Ich habe endlich ein Bankkonto. Ich würde gerne über die vielen Kleinigkeiten des Alltags berichten, aber dafür fehlt mir momentan tatsächlich die Muße.</p>
<p>Außerdem bin ich schon im Halbschlaf. Und morgen muss ich früh raus, denn mein neuer Chor »Onoscatopoeia«, kurz OScat, probt zweimal wöchentlich; das zweite Mal ist samstagmorgens um zehn. OScat ist der Jazzchor der Uni, 24 Sänger, und der Wettbewerb um die Plätze ist hart. Um so epischer,* dass ich genommen wurde; die 24 sind allesamt genialer Musiker, die locker vom Blatt singen. Bisher hat es eine Probe gegeben, und wir haben bewältigt, wofür der Altenforst-Chor bestimmt zwei Monate brauchen würde <span style="color: #888888;">(nichts für Ungut, ich mag den Altenforst-Chor natürlich immer noch)</span>. Ich bin wirklich begeistert!</p>
<p>Ansonsten: Die Leute sind super und zahlreich, und mein Roommate und meine Nachbarn gehören zweifelsohne zu den Besten davon. Ich hatte außerdem erwartet, wie beim letzten Mal sprachliche Heureka-Momente zu erleben (»Yay, ich hab gestern Nacht auf Englisch geträumt!«). Das ist nicht der Fall. Mein Englisch war innerhalb von zwei Tagen auf dem gleichen Level wie damals, und ich denke abwechselnd auf Deutsch und Englisch, je nach dem, wie es gerade passt. In der Tat scheint sich nur mein Akzent verbessert zu haben, da ich auch bewusst dran arbeite. Wenn ich erkläre, dass ich aus Deutschland bin, schauen viele verwundert und fragen mich, ob ich denn auch Deutsch könnte. <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Nur die, die mich länger kennen, attestieren mir gelegentlich Fehler in der Betonung.</p>
<p>Nora hat übrigens einen exzellenten Artikel über das Großstadtleben in Toronto geschrieben; wenn ihr ihn noch nicht gelesen habt, er ergänzt meinen knappen Bericht sehr gut, auch wenn ich sie seit einem Monat nicht gesehen hab. Inzwischen <span style="color: #888888;">(hab zwischendurch zwei Stunden mit meiner Nachbarin gechillt)</span> ist es Viertel nach drei. Das Wochenende wird grauenvoll. Wenn ihr mehr wissen wollt, fragt bitte in den Comments nach; ich hoffe ich kann sie bald beantworten. (Vielen Dank übrigens für die lieben Grüße in den Letzten, ich hoffe dieses Lebenszeichen entschädigt etwas für mein Nicht-Antworten)<br />
* um ein sehr schönes Wort zu verwenden, das seinen Weg als »epic« aus der amerikanischen Jugendsprache in die deutsche gefunden hat und in etwa gleichauf mit »legendary« ist, aber offensichtlich von anderem Niveau als »awesome«, »sick« oder »wicked«. Metaphorik geht über Originalsemantik.</p>
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		<title>F!rosh Week 0T9</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 05:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Genau eine Woche habt ihr euch brav geduldet, so will ich euch denn nicht länger hinhalten. Es folgt ein Aufsatz über die letzten Tage. Verglichen mit Tobs genieße ich noch deutlich Abwechslung, ja sogar Reizüberflutung. Aber während der graue Alltag ab übermorgen auch bei mir das Erzählmaterial beschränken wird, hat es mir in der letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Genau eine Woche habt ihr euch brav geduldet, so will ich euch denn nicht länger hinhalten. Es folgt ein Aufsatz über die letzten Tage. Verglichen mit Tobs genieße ich noch deutlich Abwechslung, ja sogar Reizüberflutung. Aber während der graue Alltag ab übermorgen auch bei mir das Erzählmaterial beschränken wird, hat es mir in der letzten Woche schlichtweg an Muße gefehlt, um hier zu berichten.<br />
Soviel als apologetischer Vorspann.<br />
<span id="more-793"></span><br />
Mein ganzes Zeug von Evans Wohnung ins Wohnheim zu schaffen, ließ sich in gut zwei Stunden erledigen &#8212; die Problemlösemethode der Bundeswehr <span style="color: #888888;">(siehe <a href="http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/#comments">Kommentar zum letzten Eintrag</a>; Gruß an Nils und sein Buch)</span> hat wieder einmal durchschlagenden Erfolg gebracht. Mit der U-Bahn kann der geübte Koffer-Sisyphos die Strecke dreiviertelwegs bewältigen. Das brachte mich trotzdem ins Schwitzen, denn die Sonne brannte gnadenlos (und das tut sie seitdem bis heute; das Wetter ist spitze).</p>
<p><strong>Im Wohnheim angekommen &#8230;</strong></p>
<p>&#8230; habe ich, jawohl, zuerst alles ausgepackt, auf Schubladen und Kleiderbügel verteilt und dann mein Bett mit dem lieblich-rostfarbenen Walmart-Set eingekleidet. <span style="color: #888888;">(Aus Koffern zu leben ist genial, aber wenn das zwei tun, ist kein Platz auf dem Boden zum Laufen.)</span><br />
Kyle, mein Roommate und fellow engineer, wenn auch in anderem Studiengang, kam kurze Zeit später; begleitet von seiner sehr herzlichen Familie, die mich gleich zum Chinesen um die Ecke einladen musste. Nämliche Familie wohnt eine gute Autostunde von hier, und Kyle ist ein guter Kerl, charakterlich teilweise meinem lieben Bruder zuhause sehr ähnlich <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  &#8230; damit war meine Hauptsorge beseitigt, mit einem nerdigen Chinesenkind zusammenwohnen zu müssen, so rassistisch das klingen mag: diejenigen Asiaten, die <em>nicht</em> hier aufgewachsen sind, grenzen sich oft ab und sprechen mies &#8212; weil selten &#8212; Englisch.</p>
<p>89 Chestnut Street ist tatsächlich ein ausrangiertes Hotel; die halogenerleuchtete Lobby mit der langen Granittheke der Rezeption gibt sich für gestresste Geschäftsleute, und der Große Saal im zweiten Stock wird tatsächlich noch für Konferenzen vermietet. Aber in den Wohnetagen hat die Zeit als Studentenheim den mondänen Glanz genügend ausgeblichen. Ich wohne in Zimmer 917, also im neunten Stockwerk. Die gängige Klage &#8220;our floor is dead&#8221; trifft leider auch (noch) auf unseren zu, nämlich weil Türen zufallen, wenn man sie nicht mit Ketten, Karabinern oder Kleiderbügeln an die Wand bindet. Und geschlossene Türen verhindern Kommunikation recht effektiv, ganz zu schweigen von Spontanparties im Nachbarzimmer.<br />
Dafür werden wir vom ganzen Campus um unser Essen beneidet, und das zurecht, weil: Sogar die gesunden Sachen sind so lecker, dass man Fastfood und so vielleicht auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freshman_fifteen">College Fat</a> vermeiden kann. (Zur Erklärung: Es gibt keine offene Mensa, sondern jedes Wohnheim oder College der Universität hat eine eigene Cafeteria. Wer zuhause wohnt, muss selbst kochen; wer im Wohnheim wohnt, muss für gewöhnlich auch im Wohnheim essen.)</p>
<p>Hier ein Panorama vom Zimmer; natürlich geht sowas überhaupt nicht, weil man für jedes Bild die Kameralocation ändern muss, wenn man alles draufbekommen möchte. Es steht nur <em>eine </em>Flasche 7Up auf dem Schreibtisch, und nein, der Schrank ist völlig rechtwinklig.</p>
<p><a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/myroomatchestnut.jpg" rel="lightbox[793]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-823" title="Mein Zimmer" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/myroomatchestnut-300x63.jpg" alt="Mein Zimmer" width="300" height="63" /></a></p>
<p><strong>F!rosh Week</strong></p>
<p>Freitag bis Mittwoch war/ist Frosh Week, oder in der Schreibweise der Engineering Society, F!rosh Week. »Frosh« ist in den Staaten ein Slangausdruck für <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freshman">Freshmen</a>, in Kanada wird er auch im Singular (<em>ein</em> Frosh) gebraucht, weil man die US-Bezeichnungen <em>(Freshman, Sophomore, Junior, Senior)</em> nicht mag, vermutlich einfach, weil sie aus den USA kommen. Undergrads werden deshalb originell als <em>Frosh/First Years, Second Years, Third Years, Fourth Years</em> klassifiziert.<br />
Frosh Week jedenfalls, oder Orientation Week, nehmen die Fachschaften sehr ernst, und ich brauche nicht zu betonen, dass <em>Spirit</em> und Identifikation mit der Fakultät und der Uni einen anderen Stellenwert haben als in Europa.</p>
<p>Donnerstagabend, also nach Zimmereroberung, fand im Großen Saal des Wohnheims eine Willkommenszeremonie statt, die neben der obligatorischen Predigt über gegenseitigen Respekt und Underage Drinking ein groß angekündigtes Mitmach-Theaterstück einschloss. Letzteres handelte von der tugendhaften Tisha, die sich nach einer betrunkenen Disconacht gegen ihren Willen von ihrer neuen Bekanntschaft verführen lässt, und am nächsten Morgen kreuzunglücklich und depressiv ist, weil sie sich vergewaltigt fühlt. Der interaktive Part folgte zugleich: Na, wer will auf die Bühne kommen und nachspielen, wie sich Tisha besser verhalten hätte? Herrgott, so ein pathetischer Mist. Flyer über dieses Thema sind allgegenwärtig, und meistens propagieren sie gleich auch noch Toleranz für Homosexuelle und Andersgläubige. Das nehme aber anscheinend nur ich als so lächerlich wahr, ich, der heterosexuelle, männliche Weiße aus Europa<span style="color: #888888;"> (Erbsünde?)</span>, wo diese Themen glatt egal sind. Dabei habe ich das Gefühl, dass Kanada und gerade Toronto sehr tolerant <em>sind</em>. (Comment Starter: Wie wichtig ist Political Correctness?)</p>
<p>Am nächsten Tag bin ich mit einigen Leuten aus dem Wohnheim auf die Wiesen des Campus gezogen und hab mich in die Menge gestürzt, die sich an zahllosen Ständen vorbeischob, von Studentenclubs zwecks Froshrekrutierung aufgebaut. Respekt für die Mühe, und Danke für die Kugelschreiber und Gummibärchen, die verteilt wurden! Die meisten Clubs zelebrieren den Dialog mit südostasiatischer Kultur, aber genauso, wie an deutsch-türkischen Kulturvereinen rein gar nichts deutsch ist, macht es für mich keinen Sinn, in die Chinese-Canadian Students Association (et al) einzutreten. Dennoch, ein paar nette Clubs, Bands und A-Cappella-Ensembles waren dabei, und ich bin gespannt, was sich daraus ergibt.<br />
Abends gab es ein Konzert im Hockeystadion und danach kostenlosen Eintritt in einen architektonisch legendären Club.</p>
<p>Die Frosh Groups trafen sich erstmalig am nächsten Morgen um acht (!), und wir erhielten unsere Frosh Kits mit allerlei Zeug und wurden in die wichtigsten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Godiva%27s_Hymn">Gesänge</a> und Parolen eingewiesen. Meine Stimme ist jetzt noch heiser vom Wochenende, denn während Frosh Week besteht todernste Rivalität zwischen Colleges, vor allem aber zwischen Artsies und Engineers (Artsies = Art &amp; Science Students = Geisteswissenschaften, klassische Naturwissenschaften, Medizin, Kunst, BWL etc.). Harmlos ist dabei die spontane Bildung von Sprechchören, die Gemeinheiten auf die andere Straßenseite skandieren, normalerweise auf die traurigen Tatsachen beschränkt, dass der Elektroingenieur kein Leben und die Literaturwissenschaftlerin keine Karrierechancen hat (etc.). Weniger harmlos sind dabei die Artsies, die rücksichtslos die gelben Helme klauen, die Ingenieur-Frosh tragen. Dabei hat es schon viel blutige Lippen gegeben, denn letztere laufen hinterher und sind nicht zimperlich dabei, die Helme zurückzubekommen. Oder selbige zur Rache betongefüllt in die Wiese zu nageln, wo der nichtsahnende Artsie mit schadenfrohem Anlauf gegenkickt und sich die Zehen bricht.<br />
Nach Frosh Week müssen die Rivalitäten aufhören, denn blieben die Ingenieure unter sich, gäbe es arge Probleme mit dem Geschlechterverhältnis.</p>
<p>Nach Einführung in die nordamerikanischen Trinklieder gaben einige wichtige Gestalten der Fakultät und Fachschaft in der <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b3/Convocation_Hall_in_Toronto.jpg/800px-Convocation_Hall_in_Toronto.jpg" rel="lightbox[793]">Convocation Hall</a>, der Aula für offizielle Anlässe, ihre Willkommensreden. Ich sprach den »Oath of the Engineer«, eine Toronto-spezifische Sammlung interessanter Weisheiten wie »I understand that there is a fine line between having fun and going to jail.«<a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/frosh_violet.jpg" rel="lightbox[793]"><img class="alignright size-medium wp-image-816" title="Purple Dye Pool. Bild: M. Hawkins" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/frosh_violet-153x102-custom.jpg" alt="Purple Dye Pool. Bild: M. Hawkins" width="153" height="102" /></a></p>
<p>Die erste Attraktion der F!rosh Week ist für die Engineers ein Pool violetter Farbe, die in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol">Isopropanol</a> gelöst ist und deshalb bestialisch stinkt. Die meisten tauchen nur die Unterarme ein, aber was solls, ich bin ganz rein, untergetaucht, mit Haaren. Yay! Jetzt sind auch Körperstellen lila, die man normalerweise nicht färben würde<span style="color: #888888;"> (genau &#8230; versuch mal, das Zeug aus den Ohren zu schrubben &#8230;)</span>.<a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/frosh_nathanphillips.jpg" rel="lightbox[793]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-819" title="At Nathan Phillips Square. Bild: M. Hawkins" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/frosh_nathanphillips-100x66.jpg" alt="At Nathan Phillips Square. Bild: M. Hawkins" width="100" height="66" /></a> Der ganze Zug der Engineering Frosh, etwa 1000 an der Zahl, haben danach Downtown erobert, inklusive vulgärer Gesänge und Verkehrschaos. Und dann im Brunnen von <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/03/Toronto_City_Hall_night_view.jpg/800px-Toronto_City_Hall_night_view.jpg" rel="lightbox[793]">Nathan Phillips Square</a> eine Wasserschlacht veranstaltet. Wie ein Flashmob. Leute waren irritiert. Sehr irritiert. Sehr amüsant.</p>
<p>Am Sonntag gab es ein Test (»Secondary School Evaluation«), der natürlich ein Scherz war, wenn auch ein sehr ernst organisierter. Nachmittags Fundraising an einer großen Straßenkreuzung für die Sick Kids Foundation. Der einzige wirklich unangenehme Teil der Frosh Week, weil ich Fundraising ekelhaft finde, besonders auf die nordamerikanische Art. Obwohl: Ich habe gelernt, dass man mich problemlos mit genug Panzertape an einen Laternenpfahl binden kann. Schwebend, versteht sich.<br />
Es folgte eine Hypnoseshow, mildly entertaining. Abends um etwa halb elf gab es nochmals eine Versammlung, alle bekamen die Augen verbunden und wurden stundenlang in endlosen Schlangen über den Campus geführt, bis in den Dachboden eines unbekannten <span style="color: #888888;">(naja, nicht wirklich)</span> Gebäudes, um dort in die Geheimnisse des Geheimbundes des BFC (ΔEΣ!) eingeweiht zu werden. Ich war um vier im Bett, was für die Menge an Information, die ich als Frosh <span style="color: #888888;">(nicht)</span> erhalten hatte, zu spät war. Ich kann aber sagen, dass UofT dem nordamerikanischen Hollywood-Klischee in Sachen Streiche und Geheimbünde in nichts nachsteht.</p>
<p>Gestern musste ich deshalb ausschlafen, auf Kosten der Frosh Olympics, einem Tag voller Spiele auf Kindergeburtstagslevel (aber deshalb nicht minder lustig!), Paintball hab ich aber mitspielen können.</p>
<p><span style="color: #888888;">(Ich werde müde und ich merke gerade, wie mein Wortschatz darunter leidet. Mist)</span></p>
<p>Abends wieder Party, sehr gut.</p>
<p>Heute wollte ich ein Fahrrad besorgen und bin dafür eine halbe Stunde mit der U-Bahn aus der Stadt getuckert und nochmal 20 Minuten gelaufen, und dann war der Laden doch tatsächlich zu, aus unerfindlichen Gründen. Ein Bankkonto hab ich auch nicht eröffnen und deshalb auch kein Handyvertrag abschließen können; beides hatte ich eigentlich heute vor. Dabei bin ich da eh schon so widerwillig, denn Mobilfunk ist hier unverschämt teuer. Man bezahlt sogar für eingehende Anrufe und SMS. <span style="color: #888888;">(Ha, denkt sich der deutsche Besucher, ich muss ja nicht rangehn wenn ich die Nummer nicht kenne. Ha Ha Ha, antwortet der Provider, Caller ID kostet fünf Dollar extra im Monat. Verbrecher.) </span></p>
<p>Morgen stehen ein paar Einführungsseminare und abends eine Schnitzeljagd an, am Freitag eine Gastvorlesung irgendeines Engineers-Without-Borders-Recruiters, und am Montag sollte der eigentliche Unterricht beginnen. Mal sehn, mal sehn. Ich werde berichten. Irgendwann <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Einkäufe, Muskelkater</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 03:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kosch]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfreulicherweise hat mich der Jetlag ganz und gar verschont. Der Flug und die Zeitverschiebung hatten mich am ersten Abend ziemlich geschafft; aber ein Bier und ein Kennenlernen der Nachbarn konnte ich dann doch nicht ausschlagen. So war ich erst um halb sechs morgens im Bett &#8212; Heimatzeit, versteht sich. Keine Chance dem alten Schlafrhythmus! Zweitens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erfreulicherweise hat mich der Jetlag ganz und gar verschont. Der Flug und die Zeitverschiebung hatten mich am ersten Abend ziemlich geschafft; aber ein Bier und ein Kennenlernen der Nachbarn konnte ich dann doch nicht ausschlagen. So war ich erst um halb sechs morgens im Bett &#8212; Heimatzeit, versteht sich. Keine Chance dem alten Schlafrhythmus!<br />
Zweitens als vorbeugend erwiesen hat sich intensive Tageslichttherapie. Faules Liegenbleiben bleibt morgens aus. Das verdanke ich, wie schon erwähnt, eher dem Straßenverkehr als meiner asketischen Selbstdisziplin <span style="color: #888888;">(die hab ich natürlich trotzdem)</span>.</p>
<p><strong>Update: Mit ersten Fotos!</strong><br />
<span id="more-678"></span>Solange es hell war, bin ich die letzten Tage durch die Stadt gelaufen, denn Evan führt, wie soll es mit 26 auch anders sein, sein eigenes Leben. Das macht mich eher zu einem Mitbewohner als zu einem Gast. <span style="color: #888888;">(Ich muss grinsen bei dem Gedanken daran, wie eine ältere und traditionellere Generation unser Gast-Gastgeber-Verhältnis empört als &#8220;unpersönlich&#8221; und &#8220;ohne gegenseitige Wertschätzung&#8221; beschreiben würde!)</span> Ich schlafe prächtig auf einem alten Ausklappsofa in einem Zimmerchen voller Umzugskartons und werde bestimmt nicht bekocht. Wenn ich Lust und Zeit habe, kann ich mitkommen, wenn er seine Kumpels besucht. Wenn nicht, drückt er mir den Haustürschlüssel in die Hand und sagt sowas wie: »Bis heute abend &#8230; und iss nicht immer Fast Food, kauf was zu Kochen ein, musst nur ein paar Sachen abspülen in der Küche, dann ist Platz!« &#8230; das ist <a href="http://1000awesomethings.com/2009/04/06/794-people-you-dont-clean-up-for-when-they-visit/" target="_blank">unkompliziert</a>, und ich genieße (ganz buchstäblich!) das große persönliche Vertrauen zwischen Couchsurfern.<br />
Jedenfalls bleibt mir so auch kaum ein Grund, tagsüber in seiner Wohnung zu hocken, zumal sein Internet bis gerade unter Schweinegrippe gelitten hat.</p>
<p>Das ganze Laufen zeitigt seinerseits wieder Müdigkeit und vor allem Muskelkater, denn Toronto ist sehr viel größer, als es auf dem Stadtplan wirkt. Die Zwischenräume einer handvoll großer Hauptstraßen (die »Neighbourhoods«) machen das Stadtbild aus, denn diese Viertel sind in sich sehr homogen &#8212; aber alle anders. Nur ein paar Meter trennen manchmal himmelhoch glitzernde Finanzhauptquartiere von winzigen Holzhäuschen. Deshalb gibt es viel zu entdecken und zu erlaufen. Ich kenne mich schon gut aus, nur nachts bin ich ziemlich verloren. Im Schachbrettmuster moderner Planstädte scheint (mir) die Orientierung zwar vorhersagbarer als in natürlich gewachsenen Orten &#8212; aber nur bis um etwa neun Uhr die Sonne versinkt, denn Sterne fehlen fast vollständig und sind deshalb zum Ablesen der Himmelsrichtung nicht zu gebrauchen.</p>
<p>Schöne Beobachtung auf den Streifzügen: In jedem zehnten Vorgarten findet man ausgedienten Hausrat, vom antiquierten Schulbuch bis zum Schreibtischstuhl (nicht einfach kaputter Sperrmüll). Manchmal klebt ein Post-it dran, welches zum Mitnehmen auffordert, aber meist sind die Dinge so liebevoll und demonstrativ am Straßenrand aufgereiht, dass das nicht nötig ist.</p>
<p>Weil das Wohnheim kein Bettzeug stellt, musste Walmart herhalten. Walmart ist Teil einer kleineren Mall, die außerhalb des Stadtkerns liegt und in akzeptabler Zeit nur mit der U-Bahn zu erreichen ist. Und <em>geeez</em>, ich neunzehnjähriger Schnösel hatte ja keine Ahnung was so eine Bettdecke kostet. Unter 70 Dollar für den dünnsten, labbrigen Lappen kommt man (bei Walmart) nicht weg! Also bin ich den günstigeren, amerikanischen Weg gegangen und habe neben einem Walmart-Kopfkissen ein Walmart-Bettuchset und ein Walmart-Polyester-Blanket erstanden. Letzteres geht in Europa als billige Picknickdecke durch, aber in Yarmouth hats mich schließlich auch warmgehalten <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Jetzt brauche ich noch: Schulsachen und ein altes Fahrrad.</p>
<p>Gestern bin ich mal <a href="http://www.explosm.net/db/files/Comics/Dave/comicdirtydirtyharry.png" rel="lightbox[678]">auf gut Glück</a> in das riesengroße Sportzentrum der Faculty of Physical Education marschiert und habe mit lässiger Geste wortlos meinen Studentenausweis vorgezeigt, so als wäre er ein Sherrifstern. <span style="color: #888888;">(Die ganze Coolness wurde etwas kompromittiert durch die gelangweilte Antwort, ich solle einfach das Drehkreuz mit dem Kartenleseding benutzen.)</span> Das Gebäude hat ein 50yd- und ein 25yd-Schwimmbecken, ein komplettes, nagelneues Fitnessstudio, eine Laufbahn, unzählige Basketball- und Squashhallen, Golfsimulator-Wände, und wäre ich tiefer vorgedrungen, ich hätte mich in den vielen Gängen verlaufen.</p>
<p>Inzwischen war ich beim <a href="http://blogs.studentlife.utoronto.ca/UpbeaT/files/2009/08/arch-007.jpg" target="_blank" rel="lightbox[678]">International Student Centre</a>* der Uni. Eigentlich wollte ich nur den Papierkram mit meiner Krankenversicherung erledigen, aber mindestens zehn Freiwillige haben mich gleich sehr eifrig zu allerlei Veranstaltungen und Touren eingeladen. <span style="color: #888888;">(Eigentlich habe ich ja schlechte Erfahrung mit Internationals. Weil sie kein oder nur gebrochenes Englisch sprechen und verstehen, sind sie für Humor schon mal nicht zu haben, sondern höchstens für oberflächlichen Smalltalk. Dass die meisten aus sehr höflichen Kulturen wie China oder Japan kommen, macht die Sache nicht leichter. Und an den Deutschen (offiziell 106 an der Uni!) hab ich schon erst recht kein Interesse.)</span> Da die Stadt alleine langsam langweilig wird, hab ich ein paar dieser Campus- und Neighbourhood-Führungen mitgemacht und mir die kommunikativsten Leute ausgesucht. Jetzt profitiere ich von der Tatsache, dass die sich alle genauso langweilen wie ich. Mit dabei sind ein paar der nämlichen Freiwilligen, ein Italiener und eine Argentinierin.<span style="color: #888888;"> (Letztere studiert nicht mal, sondern besucht hier Verwandte und langweilt sich. Ich hab sie auf dem Campus kennengelernt und sie hat sich mir einfach angeschlossen. Echt lustige Leute hier <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_razz.gif' alt=':P' class='wp-smiley' /> )</span> Und mit denen ziehe ich jetzt solange durch die Stadt, bis endlich die Uni anfängt und ich ins Wohnheim kann.</p>
<p><strong>Update: Jetzt auch mit den ersten Fotos. Ganz simple Eindrücke von der Straße, eben das, was ich in den ersten Stunden sehen konnte. Für Mätes ein paar Aufnahmen provisorisch zu Panoramen zusammengestickt <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p>*man beachte das britische <em>Centre</em>. Die kanadische Rechtschreibung zeichnet sich durch einen heillosen Mix amerikanischer und englischer Regeln aus, die auch häufig genug zugunsten der US-Schreibweise gebrochen werden. Aus Verzweiflung, vermutlich.</p>

<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/bloorst-2/' title='Bloor Street'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/bloorst1-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bloor Street" title="Bloor Street" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/chemeng-2/' title='Chemical Engineering'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/chemeng1-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Neuere Gebäude auf dem Campus." title="Chemical Engineering" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/crystal1-2/' title='Crystal'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/crystal11-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Royal Ontario Museum" title="Crystal" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/crystal2-2/' title='Crystal'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/crystal21-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Royal Ontario Museum" title="Crystal" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/express/' title='Zeitungen. Viele sind kostenlos'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/express-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bildungsspender" title="Zeitungen. Viele sind kostenlos" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/fassade2/' title='Fassade Downtown'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/fassade2-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Typische Downtown-Architektur" title="Fassade Downtown" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/graduatedean/' title='Graduate&#039;s Dean'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/graduatedean-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Typische UofT-Architektur" title="Graduate&#039;s Dean" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/ivyhouse/' title='College'><img width="74" height="100" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/ivyhouse-74x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Typische UofT-Architektur" title="College" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/lamppost/' title='Laternenpfahl'><img width="74" height="100" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/lamppost-74x100.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Laternenpfähle sind hauptamtliche Werbeträger" title="Laternenpfahl" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/myhouse/' title='Mein Couchsurfing-Heim'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/myhouse-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Das untere Fenster ist mein Zimmer." title="Mein Couchsurfing-Heim" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/spadinaave/' title='Spadina Ave'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/spadinaave-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Eine der großen Nord-Süd-Achsen" title="Spadina Ave" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/squirrel/' title='Squirrel'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/squirrel-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Handzahme Eichhörnchen in allen Farben. Überall." title="Squirrel" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/stgeorge/' title='St. George Street'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/stgeorge-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Eine der Haupstraßen im Campus" title="St. George Street" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/toconvhall/' title='To Convocation Hall'><img width="100" height="75" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/toconvhall-100x75.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Einer der netteren Orte mitten im Campus" title="To Convocation Hall" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/panorama_bathurst/' title='Panorama Bathurst'><img width="100" height="15" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/panorama_bathurst-100x15.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Ich wohne gerade im Backsteingebäude links vom Torbogen" title="Panorama Bathurst" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/panorama_college_university/' title='Panorama College St, University Ave'><img width="100" height="12" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/panorama_college_university-100x12.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Große Kreuzung an der Südseite des Campus" title="Panorama College St, University Ave" /></a>
<a href='http://viaairmail.de/2009/09/01/einkaufe-muskelkater/panorama_street_annex/' title='Panorama Annex'><img width="100" height="32" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/09/panorama_street_annex-100x32.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Typische Wohnstraße im Viertel &quot;The Annex&quot; (Mittelschicht)" title="Panorama Annex" /></a>

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		<title>Ankunft in Toronto</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 17:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, da bin ich. Und so war der Flug: Erträglich, und zum Glück glatt nach Plan. Der ICE hat mich vorbildlich nach Frankfurt gebracht, wo ich direkt zum Check-in-Schalter gelaufen bin, und siehe da: Vorbildlich war auch meine Kofferbefüllung. Mein Gepäck lag 600 Gramm unter dem Ihre-Kreditkarte-Bitte-Limit von 46 kg Gesamtgewicht. Duplicity, den ich schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, da bin ich. Und so war der Flug: Erträglich, und zum Glück glatt nach Plan.<br />
<span id="more-622"></span><br />
Der ICE hat mich vorbildlich nach Frankfurt gebracht, wo ich direkt zum Check-in-Schalter gelaufen bin, und siehe da: Vorbildlich war auch meine Kofferbefüllung. Mein Gepäck lag 600 Gramm unter dem Ihre-Kreditkarte-Bitte-Limit von 46 kg Gesamtgewicht. <em>Duplicity,</em> den ich schon immer mal sehen wollte, hat den Flug nach Reykjavik deutlich verkürzt. An Reykjaviks Flughafen gibt es ästhetisch nichts auszusetzen; er könnte auch ein modernes Museum sein. Hier bin ich auch auf Nora gestoßen, die ich bis dahin nicht erkannt hatte, und auf einige andere deutsche Austauschstudentinnen.</p>
<p>In Toronto pünktlich angekommen, haben Warteschlange und arbeitsmüdes Personal in der Immigration-Section uns doch eine ganze Menge Zeit gekostet. Aber zu unserem großen Glück haben es alle Koffer unversehrt geschafft. Wir waren leicht erschöpft und hungrig &#8212; IcelandAir serviert tatsächlich nichts zu Essen auf Überseeflügen. Auf in Plastikfolie mumifizierte Käse-Schinken-Croissants ab 4 Euro verzichtet man gern. Da fällt mir ein: Seit den Salamibroten gestern mittag hab ich noch immer nichts gegessen. <span style="color: #888888;">(Note to self: Essen!)</span></p>
<p>Fast ohne telefonische Orientierungshilfe <span style="color: #888888;">(ich stand auf der falschen Straßenseite und hab die Hausnummer nicht gefunden. FAIL)</span> hab ich meine Koffer zu meiner Unterkunft geschleppt <span style="color: #888888;">(Foto meines Zimmerchens folgt heute abend)</span>. Letztere ist eine kleine, chaotische Studentenbude und gefällt mir sehr. Wir haben uns sofort nach draußen gesetzt; an der Rückseite des Gebäudes sind die Ebenen der Feuertreppe zu Quasi-Balkons (&#8220;decks&#8221;) erweitert worden. Dort kann man prima den Abend verbringen, Bier trinken &#8212; die Flaschen Kölsch, die die Reise unbeschadet überlebt haben, sind <em>sehr</em> gut angekommen &#8212; und sich mit den Nachbarn treffen. So hab ich gestern direkt fünf Kanadier kennengelernt, die allesamt das Prädikat <em>awesome</em> verdienen. Wahrscheinlich gehn wir heute abend auf ein Konzert der Band des Bruders meines Gastgebers. Oder so. <span style="color: #888888;">(Übrigens, gelegentlicher Konsum von THC-haltigen Erzeugnissen ist bei unter-30-jährigen Angehörigen der Bildungsschicht völlig akzeptiert. Das deckt sich sowohl mit meinen Erfahrungen an der Ostküste wie auch mit der an Troisdorfer Gymnasien <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Aber keine Sorge, ich werde mich bestimmt nicht wegen Drogenbesitz aus dem Land werfen lassen)</span></p>
<p>Nach einer relativ ruhigen Nacht <span style="color: #888888;">(= Lärmniveau der Aachener Straße bei Dimension der Spicher Hauptstraße)</span> um 9 Uhr mit Evan die 20 Minuten zum Campus gelaufen. Er arbeitet im Ontario Institute of Education (wenn ich mich nicht täusche, ist das die Pädagogische Fakultät und er ist dort Webmaster, obwohl er Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat. Er bewirbt sich wohl gerade bei Flugzeugfirmen. Oder so). In der <a href="http://www.flickr.com/photos/may_jon/283512111/">Bibliothek</a>, die wohl das hässlichste Gebäude Torontos sein muss, hat man mir sehr freundlich meinen Studentenausweis (&#8220;TCard&#8221;) ausgestellt. Dort sitze ich auch gerade an einem der hunderten, sauber aufgereihten PC-Terminals. Ich konnte mich problemlos mit meiner Studentennummer einloggen. Wie schön.</p>
<p>Vorbildlich ist auch, wie man tatsächlich mit einer Karte der Deutschen Bank kostenlos in Scotiabank-Filialen an Bargeld kommen kann. Und sonst? Das Wetter ist deutsch, bewölkt und noch so gerade T-Shirt-tauglich. Die Stadt ist groß <span style="color: #888888;">(= <em>groß</em>)</span> und in etwa so sauber wie Köln. Der Anteil der asiatischen und generell nicht-westlichen Bevölkerung ist zwar beträchtlich, fällt aber nicht so stark auf wie befürchtet, solange man nicht in Chinatown selbst ist. Und jetzt werde ich mich mal auf Futtersuche begeben. The Golden Arches are awaiting me <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Einmal werden wir noch wach</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 09:55:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kosch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den letzten zwei Tagen haben sich unzählige Dinge wirr auf meinem Zimmerboden verteilt, und 23 Stunden vor Verlassen des Hauses haben sie noch immer nicht den Weg in ihre Koffer gefunden. Das ist ein frustrierender Umstand. Am Wochenende noch habe ich aufgeräumt und fast eine ganze Mülltonne füllen können mit den veralteten Fabrikaten der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten zwei Tagen haben sich unzählige Dinge wirr auf meinem Zimmerboden verteilt, und 23 Stunden vor Verlassen des Hauses haben sie noch immer nicht den Weg in ihre Koffer gefunden. Das ist ein frustrierender Umstand. Am Wochenende noch habe ich aufgeräumt und fast eine ganze Mülltonne füllen können mit den veralteten Fabrikaten der Wegwerfgesellschaft und mehr oder weniger peinlichen und verstaubten Überbleibseln aus der Kindheit. Entbehrliche Sachen wegzuwerfen, und gerade auf den oft trügerischen Erinnerungswert zu pfeifen, ist echt cool.<br />
<span id="more-553"></span><br />
Tobs hat vor einigen Tagen folgendes geschrieben &#8230;</p>
<blockquote><p><div id="attachment_554" class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><a href="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/08/kofferinhalt.jpg" rel="lightbox[553]"><img class="size-thumbnail wp-image-554" title="Kofferinhalt" src="http://viaairmail.de/wp-content/uploads/2009/08/kofferinhalt-100x73.jpg" alt="Kofferinhalt" width="100" height="73" /></a><p class="wp-caption-text">Kofferinhalt</p></div>Nun geht es sehr bald los. Die letzten Besuche bei Freunden sind (leider) vorbei, die letzte Übernachtung in Deutschland und der Abschied von mir sehr wichtigen Menschen liegen kurz vor mir. Und, egal wie nüchtern man’s betrachtet, ein neuer Lebensabschnitt.</p></blockquote>
<p>&#8230; und dem ist nichts hinzuzufügen.</p>
<p><strong>Mein Reiseplan</strong></p>
<p>Morgen, am 27. August, werde ich in Siegburg um 10:37 in den ICE nach Frankfurt steigen und hoffentlich einen Sitzplatz ergattern. Läuft alles glatt, erreiche ich den Flughafen um ungefähr halb zwölf. Macht zweieinhalb Stunden Check-in-Zeit, denn um zwei soll mich mein IcelandAir-Flieger (Ein Pleitegeier, sozusagen <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ) nach Reykjavik bringen. Dort kann ich mir anderthalb Stunden die Beine vertreten; dann geht es weiter nach Toronto. Ich soll um kurz vor sieben ankommen, abends.</p>
<p>Dann hoffe ich, alle meine Koffer heil auf dem Gepäckband wiederzusehen und muss mich mit Bus und U-Bahn quer durch die Riesenstadt schlagen. <em>Mit</em> Fracht, versteht sich. Mein erstes Ziel ist die Wohnung des <a title="http://www.couchsurfing.com/" href="http://www.couchsurfing.com/" target="_blank">Couchsurfers</a> Evan. Den kenne ich bisher nur durch E-Mail-Kontakt. Er lebt nah am Campus. Das muss er auch, denn ich habe einiges an Papierkram vor der Brust. Für den Studentenausweis zum <em>Registrar</em>, für die Krankenversicherung zum Studentenwerk, Prepaidkarte fürs Handy kaufen, Konto eröffnen, Bettwäsche besorgen, Campus besichtigen, und wenn mir dann nichts mehr einfällt, gehe ich auf Entdeckungstour in Downtown Toronto oder lege mich an den Strand (ich könnte mir vorstellen, dass sich Tobs&#8217; Eindrücke von Chicago gut mit denen von Toronto decken werden).</p>
<p>Am 3. September, also nach einer knappen Woche, öffnet das Wohnheim seine Türen. Dort lerne ich meinen Zimmergenossen kennen und auch meine Zimmernummer, die Teil meiner Adresse sein wird.</p>
<p>Alles weitere später, ich muss endlich packen.</p>
<p>Noch einen herzlichen Gruß an die ganze Familie, an die kaiserliche Crew (\\//.!), und an den ganzen Rest, der nicht minder wichtig ist <img src='http://viaairmail.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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