Neujahrslebenszeichen aus Deutschland

Tobias
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Das folgende ist ein historisches Dokument in dem Sinne, dass ich es am zweiten Weihnachtsfeiertag geschrieben und bisher nicht gepostet habe. Die Bilder im Anhang sind während des Aufenthalts in Chicago entstanden.


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Guten Morgen und Frohe Weihnachten allerseits! Ich sitze grade im Flieger von Berkeley nach Chicago, wo ich wieder bei Cindy und ihrer Familie Asyl bekomme und am dritten Januar dann fuer zwei Wochen in die Heimat (das ist Deutschland) fliege.
Die letzte Zeit ueber war es von meiner Seite auf dem Blog ziemlich ruhig, was aber nicht die Abwesenheit von Ereignissen bedeutet (kann man an Koschs letztem Eintrag vielleicht erahnen).

Das erste Semester und die erste “Klausurphase”, wenn man es mit genau einer Klausur denn so nennen will, ist vorbei. Man waere geneigt zu sagen, dass bereits die Haelfte meines Aufenthalts hier vorbei ist – doch um das noch ein wenig aufzuschieben, habe ich mir in den Kopf gesetzt noch ein Semester dranzuhaengen.

Der Grund ist relativ einfach: In insgesamt drei Semestern kann ich einen Master machen, und das ist doch auf jeden Fall was. Und, als Ausgleich fuer die Nachspielzeit bin ich diesen Sommer lange in Deutschland, so dass man am Ende vermutlich sogar mehr von mir sieht als sonst. Also die durchgenaessten Taschentuecher wieder in die Tasche und ein Laecheln ins Gesicht! Geht eh’ schnell vorbei :)

Die letzten drei Wochen waren relativ angenehm. Nachdem am vierten Dezember die Vorlesungen endeten, hab’ ich mich die naechste Woche in der Bibliothek verkrochen und mir einige Sachen angelesen und an meiner hoffentlich zukuenftigen Masterarbeit gearbeitet (ist noch ganz klein, waechst aber noch), dann zwei Tage vor meiner Klausur in QUantenmechanik (am 18.12.2009) mal versucht dafuer zu lernen und realisiert dass ich alles so im Prinzip kann und das schon irgendwie wird (war dann auch so, auch wenn das Ergebnis noch aussteht. Auf jeden Fall keine Blamage).

Und dann kam auch schon Kosch am Samstag zu Besuch. Nach etwas Entspannung waren wir dann auch ein bisschen unterwegs, u.A. auf dem Mt. Tamalpais, Stinson Beach, Highway One, San Francisco und traditionsgemaess auch bei In n’ Out. Ich hoffe Kosch hat mir die Fotos schon geschickt wenn ich wieder Internet habe ;-)

Die Weihnachtszeit in Cloyne war recht ruhig und unweihnachtlich. Der Loewenanteil ist abwesend, und die wenigen “Ueberlebenden” wursteln so vor sich hin. An Weihnachten selbst – Kosch war grade mit seinem naechsten Gastgeber durchgebrannt – war ich mit meinem Zimmergenossen Anders auf der Suche nach Bier und Abendessen in der Stadt und sind dann bei einem ziemlich schmuddeligen, aber netten chinesischem Restaurant geendet.
Also alles in allem ein ziemliches unweihnachtliches Weihnachten.

Generell ist es – zumindest fuer mich – schwer, an der Westkueste in Weihnachtsstimmung zu kommen: Zu viel Sonne, blauer Himmel und milde Temperaturen um 13 Grad. Dass es in San Francisco kitschige Weihnachtsbaeume und Schlittschuhlaufanlagen gibt, hat’s auch nicht rumgerissen.

Das naechste Weihnachten wird auf jeden Fall wieder im Familienkreis stattfinden, aber so zum “mal-gemacht-haben” war’s gut. Ausserdem war ich gut damit beschaeftigt, mein Zimmer fuer das naechste Semester einzugsreif zu machen. Es gibt leider nur “Nachher”-Bilder, aber glaubt mir einfach, dass es kein besonders toll aussehendes oder riechendes Zimmer war. Die Vorbewohnerin hatte Katzen (zwar nicht erlaubt, aber hatte sie halt trotzdem), die natuerlich fleissig auf den Boden gepieselt haben, so dass man schon im Flur kaum die Anwesenheit mindestens einer Katze ueberschnuppern konnte. Dazu kam noch eine wunderbar dunkle und deprimierende Wandbemalung (das Maedel studiert Kunst… und scheint nach ihrem Stil zu urteilen nicht sonderlich froehlich zu sein). Ich muss ihr danken, denn waere das Zimmer in besserem Zustand, so waere es nicht an mich gegangen (drei Leute haben es vor mir abgelehnt). Mein uebliches Glueck.

Im Prinzip ist das Zimmer naemlich genial, und vor Allem ein Einzelzimmer! Nach einigem Geputze (und Traenken des Bodens in Bleiche) ist der Katzengeruch weg, und nach zweimaligem Ueberstreichen der Waende sieht es jetzt ziemlich schick aus. Statt es komplett weiss zu lassen, habe ich mit UV-Acryllack, ca. 500 Kacheln und jeder Menge Arbeit ein bisschen Wandveredelung betrieben (siehe Bilder). Das Ganze ist erst heute fertig geworden, und da ich dann noch umziehen musste, hab ich durchgemacht und bin ca. 30 Minuten vor der Abreise zum Flughafen mit dem Zimmer fertig geworden (und habe dann die Koffer gepackt). Perfektes Timing, koennte man sagen – aber jetzt muss ich natuerlich noch den ganzen Tag durchhalten. Immerhin gewinne ich drei Zeitzonen durch die Reise und muss damit nur ca. 32 Stunden am Stueck wach sein.

Zu guterletzt nochmal meine Reisedaten: 26.12.2009 bis 03.01.2010: Chicago, 04.01.2010 bis 18.01.2010: Dschoermani!
Jetzt mach ich doch nochmal kurz die Augen zu, 45 Minuten hab ich noch :-)

Tobias


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