Endlich frei!

Kosch
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Soso. Alle Finals hinter mir, und soweit ich urteilen kann, alles gut bestanden. Jetzt sitze ich in Tobs’ Zimmer in Cloyne Court, den Bauch mit Chicken BBQ Pizza vollgeschlagen. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder online, und alle machen mir (zurecht) ein schlechtes Gewissen für chronische Treulosigkeit.

Am 9. Dezember also, als sich die meisten Geisteswissenschaftler schon in die Winterferien verabschiedet hatten, liefen bei uns die letzten Vorlesungen. Je die letzte Viertelstunde nutzten die Professoren für Umfragen (»Course Evaluations«), zu denen sie von der Fakultät verpflichtet werden. Hier können die Studenten die Kursinhalte und ihre Profs bewerten (an die 30 Kriterien). Wird angeblich auch sehr ernst genommen. Am nächsten Tag ging es gleich los mit den Prüfungen, die normalerweise etwa die Hälfte der Endnote ausmachen. Mathe war zuerst dran, dann CIV, Physik, Praxis (der Pseudo-Englischkurs), Info und Linear Algebra. Finals finden in alphabetisch getrennten Klassenräumen statt und dauern zweieinhalb Stunden.

Das erwähnte Bell-Curving-System hat sich bei Physik schon gezeigt. Ich hatte etwa anderthalb von sechs Fragen richtig beantwortet und damit gerechnet, böse durchzufallen. Der letzte Stand ist aber 29 von 40 Punkten! So langsam zeichnet sich also ab wo ich meine Prioritäten setzen muss; welche Hausaufgaben wichtig sind und welche nicht, wer nur abschreiben will oder wer auch abschreiben lässt, und so weiter. Hoffentlich also ein wenig mehr Freizeit, um Dinge zu tun, über die es sich bloggen lässt.

Freitagabends, sprich vorgestern, waren große Feiern geplant. Offensichtlich waren die meisten aber so von den Finals geschafft (mit Kofferpacken beschäftigt/mussten früh raus zum Flieger etc.), dass sie um Mitternacht ohne großes Aufsehen ins Bett gefallen sind. Am nächsten Tag bin ich dann mittags in einen hochgelobten Shuttlebus vom Wohnheim zum Flughafen gestiegen, für 15 Dollar. Der hat leider fast zwei Stunden gebraucht (mit der U-Bahn braucht man knapp eine und bezahlt exakt 2 Dollar und 75 Cent).

Der Flieger hat mich dann zuerst nach Chicago und dann nach San Francisco gebracht—problemlos, zum Glück, denn Chicago ist (noch) nicht so sehr vom Ostküsten-Schnee betroffen wie New York, Philadelphia & Co., die ihre Flughäfen allesamt zugemacht hatten. Ich konnte mich hervorragend mit einer geliehenen englischen Übersetzung von Nesnesitelná lehkost bytí unterhalten. Zum Glück hat mich Tobs vom Flughafen abgeholt; die nächtliche Fahrt mit dem Zug (drei Mal umsteigen) wäre anstrengend gewesen.

Heute morgen um 11:30 aufgewacht, von Jetlag keine Spur (sind ja auch nur drei Stunden), und die Hügel hinter Berkeley hochgejoggt. Leider musste ich Tobs enttäuschen und vor den steilen Pfaden kapitulieren. Die Aussicht ist aber tatsächlich gigantisch (siehe seine Posts). Die nächsten Tage sind noch nicht geplant, am 24. werde ich wahrscheinlich zu Kate weiterziehen. Jedenfalls habe ich die nächsten zwei Wochen reichlich zeit für MSN, ICQ etc. (und hoffentlich so bald wie möglich für Skype inklusive Webcam! Meldet euch!)

Beste Grüße!


Ein Kommentar zu “Endlich frei!”

  • Katrin Says:

    Schön mal wieder von dir zu hören und vorallem mal wieder was zu sehen. Wirklich schöne Fotos! :)
    Ich hab deinen Reiseplan immernoch nicht verstanden, aber wenn du nochmal zu Kate kommst, sag ihr liebe grüße von mir :D

    Katrin

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