Halloween & Hiking!
Es ist mal wieder Zeit für ein paar Neuigkeiten und Fotos! Trotz der Tatsache, dass meine Freizeit sich momentan etwas anlassorientierter gestaltet (sprich: Ich nehme mir die Zeit für gewisse Dinge und habe sie nicht einfach so), will ich berichten, was sich in den letzten Wochen so Interessantes ereignet hat.
Der Grund für die Zeitknappheit ist, dass ich jetzt ein “Forschungs”-Projekt (ich wills mal nicht direkt Forschung nennen weil ich nichts grundlegend Neues herausfinde, aber es ist etwas, was mir mein Professor aufgetragen hat und was ich natürlich dementsprechend ernst nehme und auch interessant finde) habe und viel dafür lerne. Was nicht heißt, dass ich nur das mache, aber unter der Woche läuft’s hauptsächlich darauf hinaus.
Pirate Party & Halloween
Der Pirat, sozusagen die Identifikationsfigur des Hauses (warum wohl?) war Namensgeber dieser Party eine Woche vor Halloween. Grundprinzip ist, dass das Haus als Piratenschiff umdekoriert wird und der “Dresscode” eben Piratenoutfit ist.
Als spezielles Ritual und als Partypromotion zieht eine Gruppe von Piraten aus dem Haus in der Woche vorher los, und “plündert” diverse andere Co-Ops in der Gegend (und manchmal auch Studentenverbindungen und angeblich auch mal, unbekleidet, die Uni-Bibliothek). Ich war dieses Jahr spontan mit dabei und es war ziemlich lustig, die Häuser zu stürmen, in die Speisekammer zu rennen, eine x-beliebige überdimensionierte Nahrung (z.B. einen 25kg-Eimer Speiseeis) zu grabschen und abzuhauen – natürlich nicht, ohne Piratengeräusche von sich zu geben.
Die Piratenparty ist (neben Halloween) eine der größten Parties des Jahres im Haus und eine wichtige Geldquelle für die “Social Managers”. Im Prinzip ist der Kreislauf so:
Schritt 1: Jeder Bewohner zahlt am Anfang des Semesters 20$ für Dinge, die man halt so brauch, um eine Party (für die Hausbewohner) zu organisieren.
Schritt 2: Größere, öffentliche Parties (wie z.B. eben die Pirate Party oder Halloween), für die nicht-Hausbewohner Eintritt zahlen, werden organisiert und spülen größere Mengen Geld in die Kassen
Schritt 3: Das eingenommene Geld wird für den Rest des Semesters für hausinterne Anlässe ausgegeben.
Trotz der urkapitalistischen obigen Modellierung ist es meistens ziemlich lustig, speziell Halloween war genial (siehe Foto). Zu dem Kommentar, ich solle doch das Foto nicht öffentlich stellen, weil mich ein späterer Arbeitgeber womöglich “googlen” könnte, kann ich nur sagen, dass ich denke ich ein Problem mit einem Arbeitgeber hätte, der ein Problem mit Mitarbeitern hat, die Spaß haben können
Zur Halloween-Party muss ich neben den Bildern glaube ich nicht mehr viel sagen. Es waren einfach vieeeele Leute mit interessanten Kostümen da und hat mich irgendwie an eine viel bessere (weil: nicht in ein Massenbesäufnis mit blödem Dresscode und unvorteilhafter Musik) Version des Kölner Karnevals erinnert (okay, ich geb’s zu: Ich steh’ nicht so auf Karneval und den ganzen Anhang).
Spezielles Feature dieser Halloweenparty war, dass um kurz vor Mitternacht der Feueralarm losging (Fehlalarm), die Party komplett gestoppt wurde und wir dann ca. 45 Minuten vor dem Haus warten durften, bis die Feuerwehr ihrer Pflicht nachgekommen war. Das war natürlich ein ziemlicher Showstopper. Trotzdem war’s gut!
Wandern in Santa Cruz
Santa Cruz liegt südlich von Berkeley an der (Pazifik)Küste und hat einige schöne Naturschutzgebiete wie zum Beispiel den Big Basin Redwoods State Park, dem ich mit drei Freunden gestern (also am Samstag) einen Besuch abgestattet habe. Ähnlich wie die Muir Woods bei San Francisco und die Redwoods in Humboldt County ist der Park hauptsächlich bewaldet mit vielen Mammutbäumen.
Unser Wanderziel waren die Berry Creek Falls, benannt nach Tilford George Berry, einem der ersten Siedler in der Gegend, der gegen 1860 am Fuße der Wasserfälle eine Hütte baute und abgeschieden lebte, bis er in den 1870ern verschwand und 25 Jahre später (als Skelett) mit einer Kugel aus seiner eigenen Flinte im Kopf in den Wäldern gefunden wurde.
Trotz der wunderlichen Geschichte sind die Wasserfälle ziemlich beeindruckend. Nicht weil sie irgendwie gigantisch oder so, es ist einfach sehr friedlich und schön anzusehen dort. Interessant war auch, wie sich die Geografie (dichter Redwood-Wald vs. Sandstein und trockenes Gehölz) und die Lichtverhältnisse immer wieder mal überraschenderweise geändert haben. Im Tal war es die ganze Zeit sehr dunkel, auf dem Rückweg auf dem Hügelkamm dann wieder sonnig. Danach wieder dunkel, etc.
Es war ein sehr schöner Trip, obwohl (oder grade weil) 24 Kilometer mit viel Höhenunterschieden doch recht anstrengend waren. Wir wurden auf dem Rückweg (geplantermaßen) von der Nacht eingeholt, so dass wir die letzten 8 Kilometer als Nachtwanderung erleben durften.
Da wir am Ende das Auto erfolgreich wiederfanden, war die Idee wohl doch nicht so blöd, wie wir zwischendurch dachten (Handyempfang und Wohnhäuser gibt’s da draußen nicht…). An dieser Stelle auch nochmal ein Lob an mein Auto, das seinen Einkaufspreis an Erlebnissen schon bald wieder reingeholt hat.
Die nächsten Trips sind schon geplant, ich erhöhe mal die Spannung indem ich sie erst erwähne, wenn ich ihre Bilder poste
Machts gut,
Tobias


































