Free Food, Freaks, Film Festival and Firealarm

Nora

Hallihallo,

ist das Wetter in Deutschland auch so top wie hier in Toronto? :) Heute habe ich meinen ersten Regen in Toronto gesehen und das nach 4 Wochen, die ich nun schon hier bin. Es ist echt noch unglaublich warm (vor allem in meinem Wohnheimzimmer, da ich mein Fenster nur einen kleinen Spalt weit öffnen kann), weshalb sich wirklich keiner, der es nicht schon erlebt hat, vorstellen kann, dass im Winter in Toronto 1,5 m hoch Schnee liegen und die Temperatur auf -30 Grad fallen soll.

Was ist passiert seit meinem letzten Blog-Eintrag? Der war vor 3 Wochen…

Kingston und die “Thousand Islands”

Um die unifreie Zeit und das schöne Wetter zu nutzen, mieteten wir uns zu fünft ein Auto, um damit eine zweitägige Reise gen Nordosten entlang des Lake Ontarios anzutreten.

Unser Ziel waren Kingston und die „Thousand Islands“. Kingston ist ein schönes Städtchen am See und nach einer langen Anreise mit Zwischenstopp an einem coolen Strand, erfolgreicher Hostelsuche und einem kleinen Stadtbummel, genehmigten wir uns ein wohlverdientes Dinner am See, das aus Pizza in Riesenkartons und Wein aus einer Riesenflasche bestand – hier ist alles größer als in Deutschland. Und man bekommt den Alkohol in netten braunen Tüten und falls man dabei erwischt wird, in der Öffentlichkeit zu trinken, wird das mit hohen Geldbußen bestraft. Das Risiko nahmen wir auf uns. :)

Am nächsten Tag unternahmen wir nach einem wunderbaren „Pancake“-Frühstück eine tolle 2,5-stündige Bootstour durch die „Thousand Islands“ im St. Lawrence-River, der seinen Ursprung am östlichen Ende des Lake Ontario hat und der interessanterweise die Grenze zwischen Kanada und den USA bildet. Dementsprechend einen komplett unterschiedlichen Anblick boten dann auch die kleinen Inselchen, je nachdem, ob sie zu Kanada oder den Staaten gehörten: Während die amerikanische Seite total zugebaut ist und durchschnittlich noch mehr Nationalflaggen pro Vorgarten eines Hauses als die Kanadier zu bieten haben, ist der kanadische Teil vergleichsweise idyllisch.

Uni

Die Uni hat angefangen… Die erste Woche bestand hauptsächlich aus ganz vielen Orientatierungsveranstaltungen mit free food. Einmal gab es sogar free beer aus einem „beer hole“, vor dem sich endlose Schlangen bildeten. Die richtige Taktik war deshalb, jedes mal wieder zu behaupten, beide Biersorten probieren zu wollen, so dass man direkt mit zwei Gläsern stolz von dannen ziehen konnte.

Entgegen aller Befürchtungen stellt es für mich überhaupt kein Problem dar, Graduate Kurse zu belegen, obwohl ich offiziell ja nur als Undergrad (Bachelor) eingestuft wurde. Aber ich genieße hier tatsächlich alle Vorteile eines Graduate Students, von freien Kopien, über free Pizza bei der Graduate Orientation bis hin zum Schlüssel, mit dem man „after hours“ ins Mathe-Institut kann, wie viele begeistert betonen.

Wie sind die Kurse? Die Frauenquote ist noch geringer als in Bonn, d.h. ich bin in den meisten Kursen das einzige Mädel, die Mathematikstudenten scheinen überall auf der Welt größtenteils Nerds zu sein :) und bei den meisten Kursen gibt es regelmäßige „assignments“, d.h. man gibt Übungsaufgaben ab, die benotet werden. Ich besuche echt interessante Vorlesungen, hauptsächlich Geometrie/Topo-Kram und W-Theorie. Morgen treffe ich mich mit ein paar Kommilitonen, um die ersten Übungsaufgaben zu lösen.

Das Verhältnis zu den Profs ist hier so unglaublich anders. Ich war echt überrascht, als sich ein Professor während der Free Graduate Pizza mit mir unterhielt, als ob er mein bester Kumpel wäre. :) Ein paar Tage später erzählte mir jemand, dass er einer der bekanntesten Mathematiker Kanadas sei.

Mein Rekord ist es übrigens, es in 6 Minuten zur Uni zu schaffen (man ist allerdings sehr abhängig von diesen Aufzügen, die blöderweise manchmal auf ihrem Weg vom 17. Stock nach unten anhalten :) ).

Sport

Pflicht eines guten U of T- Studenten ist es, die “Varsity Blues” bei ihren Spielen gegen andere Universitäts-Mannschaften zu unterstützen. Ich besuchte also ein Football-Game der „Varsity Blues“, das Team ist aber trotz täglichem Training so schlecht, dass es echt witzig ist, den Spielern dabei zuzuschauen, wie sie nicht einmal den Ball richtig fangen können. Kein Wunder, dass sie in 40 Jahren nur ein Spiel gewonnen haben! Die Cheerleader waren übrigens mindestens genauso schlecht, aber sehr unterhaltsam.

Das „Varsity Blues“-Volleyballteam dagegen ist ziemlich gut, ich habe trotzdem mal bei einem Probetraining teilgenommen – just for fun – und mich gar nicht so schlecht geschlagen, finde ich, hehe. Das Team ist dann aber doch eine Nummer zu krass, weshalb ich gerade noch auf der Suche nach der richtigen Volleyball-Mannschaft bin, von denen es hier unzählige gibt.

Sportlich wird einem U of T – Studenten hier echt einiges geboten. Jeder zweite nutzt hier das freie Fitness-Studio, ich habe hier zum ersten Mal Squash gespielt, was echt total Spaß macht.

Für Beacher ist das hier ein Paradies. Guckt euch die Fotos an, am Strand sind um die 100 Netze aufgebaut bzw. bringt sich jeder sein Netz selbst mit.

Toronto und seine Festivals und Konzerte

In Toronto ist so viel los! Ich war auf einem Konzert von den Killers, was total cool war, aber die Kanadier scheinen so einem Konzert eher gechillt, grasrauchend beizuwohnen als, wie in Deutschland üblich, total abzugehen. :)

Außerdem fand hier in den letzten eineinhalb Wochen das TIFF (Toronto International Film Festival) statt, eines der bekanntesten Filmfestivals überhaupt. Man konnte immer wieder Menschenhorden sehen, die stundenlang vor irgendwelchen Hotels auf Promis warteten, die man auch manchmal zu Gesicht bekam. Wir haben uns auch einen Film angesehen, der auf Französisch war, was aber total egal war, weil höchstens 4 Minuten während des Films gesprochen wurde. Zum Glück erklärte der Regisseur anschließend persönlich die Aussage des Films. :)

Ich bin übrigens auf Wohnungssuche und habe schon einige coole WGs gesehen, in denen das Wohnen nicht so anonym wie in meiner jetztigen Bleibe, dem Tartu College, ist.

Im 17. Stock zu wohnen, hat allerdings schon was, denn ich profitiere von einem coolen Blick nach Westen hin. Letzte Woche musste ich allerdings feststellen, dass diese Lage nicht so cool ist, wenn der Feueralarm losgeht… das waren einfach zu viele Treppen auf einmal für mich :D

Das Gute am Feueralarm war, dass ich ein paar neue Leute dieses Wohnheims kennengelernt habe, während wir zusammen auf der Straße standen und uns schließlich mitgeteilt wurde, dass jemand etwas Rauch in der Küche fabriziert hatte. :)

Und was gibt es so Neues von euch? Irgendwelche brandneuen Stories?

Cheers,

Nora


Ein Kommentar zu “Free Food, Freaks, Film Festival and Firealarm”

  • nico Says:

    nice
    schön das es dir da so gut gefällt.
    habe ja jetzt die ersten 2 wochen in peking hintermich gebracht.
    läuft auch gut. super nett die menschen :)
    nur essen ist nicht optimal für meine verdauung und chinesisch ist übelst schwer..
    bis die tage meine kleine :)

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