Einmal werden wir noch wach
In den letzten zwei Tagen haben sich unzählige Dinge wirr auf meinem Zimmerboden verteilt, und 23 Stunden vor Verlassen des Hauses haben sie noch immer nicht den Weg in ihre Koffer gefunden. Das ist ein frustrierender Umstand. Am Wochenende noch habe ich aufgeräumt und fast eine ganze Mülltonne füllen können mit den veralteten Fabrikaten der Wegwerfgesellschaft und mehr oder weniger peinlichen und verstaubten Überbleibseln aus der Kindheit. Entbehrliche Sachen wegzuwerfen, und gerade auf den oft trügerischen Erinnerungswert zu pfeifen, ist echt cool.
Tobs hat vor einigen Tagen folgendes geschrieben …
Nun geht es sehr bald los. Die letzten Besuche bei Freunden sind (leider) vorbei, die letzte Übernachtung in Deutschland und der Abschied von mir sehr wichtigen Menschen liegen kurz vor mir. Und, egal wie nüchtern man’s betrachtet, ein neuer Lebensabschnitt.
… und dem ist nichts hinzuzufügen.
Mein Reiseplan
Morgen, am 27. August, werde ich in Siegburg um 10:37 in den ICE nach Frankfurt steigen und hoffentlich einen Sitzplatz ergattern. Läuft alles glatt, erreiche ich den Flughafen um ungefähr halb zwölf. Macht zweieinhalb Stunden Check-in-Zeit, denn um zwei soll mich mein IcelandAir-Flieger (Ein Pleitegeier, sozusagen
) nach Reykjavik bringen. Dort kann ich mir anderthalb Stunden die Beine vertreten; dann geht es weiter nach Toronto. Ich soll um kurz vor sieben ankommen, abends.
Dann hoffe ich, alle meine Koffer heil auf dem Gepäckband wiederzusehen und muss mich mit Bus und U-Bahn quer durch die Riesenstadt schlagen. Mit Fracht, versteht sich. Mein erstes Ziel ist die Wohnung des Couchsurfers Evan. Den kenne ich bisher nur durch E-Mail-Kontakt. Er lebt nah am Campus. Das muss er auch, denn ich habe einiges an Papierkram vor der Brust. Für den Studentenausweis zum Registrar, für die Krankenversicherung zum Studentenwerk, Prepaidkarte fürs Handy kaufen, Konto eröffnen, Bettwäsche besorgen, Campus besichtigen, und wenn mir dann nichts mehr einfällt, gehe ich auf Entdeckungstour in Downtown Toronto oder lege mich an den Strand (ich könnte mir vorstellen, dass sich Tobs’ Eindrücke von Chicago gut mit denen von Toronto decken werden).
Am 3. September, also nach einer knappen Woche, öffnet das Wohnheim seine Türen. Dort lerne ich meinen Zimmergenossen kennen und auch meine Zimmernummer, die Teil meiner Adresse sein wird.
Alles weitere später, ich muss endlich packen.
Noch einen herzlichen Gruß an die ganze Familie, an die kaiserliche Crew (\\//.!), und an den ganzen Rest, der nicht minder wichtig ist

26. August 2009 um 12:04 pm Uhr
Jo, wir sehen uns dann im Flieger!

Witzigerweise bin ich nämlich im gleichen wie du.
Aber wir haben nur 1,5 Stunden Beinevertreten in Rejkjavik…
Stimmt das eigentlich, dass wir auf dem gesamten Flug kein Essen umsonst bekommen?
26. August 2009 um 12:29 pm Uhr
Aha
Na guck einer an 
Island-Zeit wird sofort korrigiert! Und das mit dem Essen ist mir neu. Wer sagt denn sowas?
26. August 2009 um 12:39 pm Uhr
Habe ich irgendwo gelesen auf Icelandair.com… Schweinerei!
Wenn du ganz zufällig nur einen Koffer brauchst, nehme ich dafür 3 mit, ja?
26. August 2009 um 12:46 pm Uhr
Einen Koffer? Mmh, lass mich kurz überlegen …
26. August 2009 um 8:31 pm Uhr
Krass dass ihr im selben Flieger seid. Das ist nicht mal so uncool!
Wünsch euch ne gute Reise =)
27. August 2009 um 2:15 am Uhr
Mensch Nora, nur weil es kein Essen an Bord gibt, musst du doch nicht direkt drei Koffer mit Fressalien mtnehmen
27. August 2009 um 7:29 pm Uhr
Hallo Kosch, hallo Nora (unbekannterweise!)
Ich hoffe, Ihr seid unterwegs nicht verhungert und hattet auch ansonsten eine gute Reise.
Viel Glück und einen guten Start in der Wahlheimat!