Cloyne Court

Tobias
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Hallo zusammen,

grade fühle ich mich ein bisschen wie im Urlaub. Ein Grund dafür ist, dass ich jetzt in mein “endgültiges” Haus, das Cloyne Court Hotel, eingezogen bin. Das Gebäude ist frisch renoviert, gut in Schuss (für hiesige Verhältnisse) und hat vor Allem auch einen sehr schönen Garten mit dichtem Rasen, Palmen und Hängematte. In Letzterer liege ich grade und schreibe diesen Eintrag… :)

Ein weiterer Grund für das Urlaubsfeeling ist, dass die Preliminary Examinations, die ich am Montag und Dienstag geschrieben habe, mittlerweile korrigiert sind und ich bestanden habe (das habe ich nicht erwartet, und zwar wirklich nicht). Damit ist jetzt für die Zeit vor dem Vorlesungsbeginn das Pensum endgültig erfüllt und ich kann mich mal richtig zurücklehnen.

In den letzten Tagen habe ich recht unterschiedliche Dinge gemacht. Von Kino (“District 9″, ist zu empfehlen) über Essen in verschiedenen Restaurants (Thai, Indisch, Japanisch und natürlich eine lokale Burgergröße) über einen Abend in einer Poolbillard-Bar (mit einigen Mathematikern), Laufen, Radfahren, … war alles dabei.

Morgen gehe ich voraussichtlich mit 2-3 Leuten in die Berge zum Wandern. Es gibt hier unzählige Routen durch die Wildnis und einfach andauernd Stellen, wo man stehenbleibt und staunt. Auch als Laufrouten sind viele der Trails gut geeignet (viel Steigung – gutes Training!)

Ich verbringe aber auch viel Zeit in Cloyne selbst. Das Haus ist mit seinem Garten (zu dem übrigens auch ein Basketballfeld gehört) und den vielen Bewohnern sehr unterhaltsam. Wenn man nichts zu tun hat, schaut man einfach mal, was so los ist – man geht einfach in die Küche (Industrieküche übrigens) und hilft ein bisschen den Leuten mit, die Abendessen vorbereiten, oder spielt ne Runde Basketball, oder legt sich in die Hängematte oder oder oder. Man kann sich auch von einem der vielen Kundigen interessante Sachen wie Jonglieren oder Capoeira beibringen lassen.

Und natürlich ist hier jeder Abend eine riesige Party (ohne jede Übertreibung). Das Haus hier hat große Probleme mit seinem Nachbar, einem zur Uni gehörigen Gebäude, so dass wir tagsüber (bis 17:00) ruhig sein müssen. Danach kehrt sich der Nach- aber in einen Vorteil um, denn sobald es Abend ist, ist im Uni-Gebäude niemand mehr. Die restlichen drei Seiten des Grundstücks werden von Cloyne Court selbst quasi “umarmt”, so dass wir im Courtyard (Innenhof) im Prinzip so laut sein können wie wir wollen. Das ist schon ziemlich genial, weil jeder Stress mit Anwohnern ausbleibt. Auf den Parties wird im Innenhof meist jongliert, Gitarre gespielt oder sonst irgendwas gemacht, teilweise auch mit brennenden Fackeln (hier wohnen einige Leute, die ganz klar eine professionelle Ausbildung haben).

Das in einem der letzten Postings erwähnte Workshift-System (dass man fünf Stunden pro Woche arbeiten muss) ist ziemlich cool. Momentan ist das ganze noch auf freiwilliger Basis, und ich habe einfach schonmal als Tellerwäscher und “Assistenzkoch” (zwei Stunden Zwiebeln und Knoblauch schneiden) fünf Workshift-Stunden verdient und kann damit während des Semesters einfach eine Woche nichts tun. Die Workshifts sind zwar Arbeit, aber mir macht das eigentlich Spaß. Man muss natürlich schauen, dass man bei der permanenten Vergabe nicht dafür eingeteilt wird, alle Toiletten des Hauses zu putzen. Ich werde definitiv schauen, dass ich in der Küche lande.

Zum Thema Küche: Die Küche ist eine große Industrieküche und die Essenslieferungen kommen in ziemlich großen Portionen. Es gibt eine eigene Workshift, die nur dafür da ist, die angelieferten Lebensmittel in die Vorratsräume und die begehbaren Kühlschränke zu schleppen. Das Beste ist, dass man sich im Prinzip den ganzen Tag selbst bedienen kann und eine riesige Auswahl hat. Wir haben hier zum Frühstück schon allein mehrere Sorten Cornflakes, 5 Sorten Bagels, zig Marmeladen und sonstige Aufstriche und so weiter. Wenn man zwischendurch mal Lust auf einen Snack hat, sucht man sich die Sachen einfach zusammen und macht sich in der Küche was.

Natürlich herrscht in so einem großen Haus an jeder Ecke ein bisschen Chaos. Die BSC sagt dazu: “Cloyne Court ist nicht das sauberste Co-Op, aber das Größte. Und je größer, desto besser! Also sind wir das beste Co-Op”. Ich bin bereit, dieser Argumentation zu folgen :-)

Ich mache gleich mal eine kleine Runde durch das Haus und stelle die Fotos dann zusammen mit diesem Posting on-line.

Viele Grüße nach Deutschland,
Tobias


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